Macht euch keine Illusionen über mich

Macht euch keine Illusionen über mich

Der chinesische Künstler Ai Weiwei gehört seit einigen Jahren zu den wichtigsten Vertretern der modernen Kunst weltweit. Seine Kunstwerke bewegen die Menschen, weil er es schafft, mit einem einzigen Bild oder Objekt eine Metapher zu schaffen für das Leben im Zeitalter der Globalisierung. Seine Werke provozieren und werfen gesellschaftlich-politische Fragen auf über Freiheit und Menschenrechte. Dadurch sieht er sich regelmäßig Repressalien durch die chinesischen Machthaber ausgesetzt. Derzeit arbeitet der 55-Jährige an einer Installation, mit der er Deutschland bei der Biennale in Venedig vertreten soll. Am 2. Juni 2011 sollte der chinesische Künstler Ai Weiwei beim Paderborner Literatur- und Musikfest 'Wege durch das Land' eine Rede über Architektur halten. Nach seiner Verhaftung Anfang April erklärten sich gleich fünf hochkarätige Schauspieler kurzfristig bereit, anstelle des Inhaftierten und sozusagen in seinem Namen aufzutreten: Gottfried John, Martina Gedeck, Eva Mattes, Ulrich Noethen und Margarita Broich lasen Texte aus Ai Weiweis Internet-Blog, den die chinesischen Behörden Ende 2009 löschten, der aber inzwischen in Amerika als Buch herausgegeben wurde. Für die Lesung in Paderborn wurden erstmals Passagen daraus ins Deutsche übersetzt. Kerstin Edinger hat die Lesung besucht, die wichtigsten Passagen aufgezeichnet und die Beteiligten interviewt.

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