Labrador - Kanadas vergessene Wildnis

Labrador - Kanadas vergessene Wildnis

Nördlich der Insel Neufundland, fernab im Nordatlantik gegenüber von Grönland, liegt Labrador, eine der letzten echten Wildnisregionen unserer Erde. Es ist ein Land von herber nordischer Schönheit, mit windumtosten Felsküsten im Norden und einsamen Wäldern im Süden. Ein Land mit bis zu 1.500 m hohen Bergen, die in tief eingeschnittenen Fjorden in ein kaltes, von Eisbergen übersätes Meer stürzen. Inuit und Innu waren die ersten Bewohner des Landes, später kamen Wikinger, danach baskische Fischer und Walfänger. Herrenhuter Missionare aus Deutschland gründeten Siedlungen entlang der Küste. Über Jahrhunderte war Labrador eine der wichtigsten Fischereiregionen Kanadas - bis die Fischgründe erschöpft waren und nur Geisterdörfer zurückblieben. Auch die seit langem in Labrador trainierenden Nato-Piloten sind abgezogen. Es wurde still um Labrador. Große Erzfunde haben das Land schließlich vor einigen Jahren wieder zurück auf die Weltkarte gebracht. Ein Nationalpark, Kanadas jüngster, bewahrt seit kurzem die Torngat Mountains ganz im Norden der Labrador-Halbinsel: eine mystische, dramatische Fjordlandschaft, Heimat für Eisbären und Karibus. In stillen Buchten erinnern noch Steingräber und verlassene Missionskirchen an die Robben- und Karibujäger von einst. In Partnerschaft mit der Regierung verwalten ihre Nachfahren heute das neue Schutzgebiet - und hoffen, es vor den Auswirkungen des Klimawandels bewahren zu können.

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