Kurt und der Sessellift

Kurt und der Sessellift

Mittlerweile kann er sich gar nicht mehr vorstellen, sein Leben anders zu verbringen und möchte auch noch mit 80 oder 90 Jahren den Sessellift betreiben - obschon die Arbeit manchmal ziemlich einsam ist. Doch auch bei stürmischem Schneefall wagen sich unerschrockene Freerider auf den Berg. Für andere Skifahrer ist das Haldigrat nicht geeignet. Präparierte Pisten gibt es keine, und die Freerider müssen aufpassen, dass sie nicht in das Wildschutzgebiet Steineralperwald geraten und eine saftige Busse bezahlen müssen. In stoischer Ruhe und urchigem Dialekt erklärt Kurt den Gästen die Spielregeln für die Talfahrt. Kurt erzählt aber auch aus seinem Leben. Ferien braucht er keine. Seine Erinnerung an die einzige Ferienwoche der letzten 34 Jahre auf Rhodos reicht. Einen schrecklichen Sonnenbrand hat er sich da eingefangen. Das braucht er nicht mehr. Regisseurin Thaïs Odermatt hat Kurt im Winter bei seinem Sessellift besucht. Direkt für die Kamera erzählt Kurt aus seinem Leben. Zwischendurch unterhält er sich mit seinen Kunden. Dazwischen schneidet Odermatt Aufnahmen, die Kurt beim waghalsigen Unterhalt der verschneiten Anlage zeigen oder beschleunigt gelegentlich das Geschehen durch Szenen im Zeitraffer. Da flitzen die Freerider den frisch verschneiten Hang hinunter und bieten einen scharfen Kontrast zur gemütlichen Art des Sesselliftbetreibers. Lüpfige Musik des Quartetts Quantensprung untermahlt die Szenen. Kurt und der Sessellift erhielt 2012 den Publikumspreis der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur.

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