Kriegskinder in Mitteldeutschland

Kriegskinder in Mitteldeutschland

"Dieses Bild, der glutrote Himmel über Leipzig und die Toten auf der Straße, das vergesse ich nie." Das Gesicht des Krieges zeigt sich schon bald besonders jenen, die im Berliner Sportpalast in voller Begeisterung applaudierten, als Josef Goebbels den "totalen Krieg" propagierte - den Kindern. Denn gerade die Kinder müssen in der Folgezeit Dinge erleben, die die meisten von ihnen bis heute nicht vergessen können.

Brennende Fabriken, kaputte Schulen, zerstörte Häuser und tote Menschen - darunter Nachbarn, Freunde, Verwandte. Viele Kinder stehen mit ihren Müttern oder gar ganz allein vor den Trümmerhaufen ihrer Existenz. Schon bald werden auch die Kinder für verschiedenste Aufgaben eingesetzt. Hitlerjungen, die als Luftschutzmelder Dienst tun, andere als Flakhelfer oder Mädchen, die zu Räumungsarbeiten herangezogen werden und Massengräber schaufeln müssen.

Manche Kinder können dem Schrecken der Städte für einige Zeit entkommen. "Kinderlandverschickung" wird bald zum Synonym für Heimweh und Leben in der Fremde, aber auch für warmes Essen, Abenteuer, Winter mit viel Schnee und Schlittenfahrten im Erzgebirge. Kurze Momente der Hoffnung und des Glücks, aber auch die langen dunklen Nächte in den Luftschutzkellern, dicht aneinandergedrückt, ängstlich, schweigend, betend, manchmal sogar lachend - Die lebendige Geschichte, wie sie von den Zeitzeugen in "Kriegskinder in Mitteldeutschland" erzählt wird, macht den ganzen Schrecken des Krieges noch einmal deutlich.

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