Krankenhauskeime: Haben wir kapituliert?

Krankenhauskeime: Haben wir kapituliert?

GesundheitsdokuD  

Krank in die Klinik und noch kränker wieder nach Hause: Jährlich sterben in Deutschland viele Menschen an den Folgen von Infektionen mit Krankenhaus-Keimen. Die Zahl der Menschen, die einen oder mehrere dieser multiresistenten Keime (MRSA) in sich trägt, steigt weiter. Es mag einfach nicht gelingen, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Rainer Maria Jilg besucht das Klinikum Nürnberg, eines der größten kommunalen Krankenhäuser Deutschlands und trifft Heinz-Michael Just, Chefarzt für Hygiene und Mitverfasser der neuesten Hygieneschutzverordnung für Krankenhäuser. Was bedeuten die Vorschriften für Krankenhaus-Mitarbeiter - aber auch für Patienten? Wie entstehen Keim-Infektionen überhaupt? Was sind die Gefahrenquellen? Welchen Zusammenhang zum Einsatz von Antibiotika gibt es? Und: Wie sinnvoll ist es, Menschen, die einen multiresistenten Keim in sich tragen, zu isolieren? Zwei Monate lang lag sie in Quarantäne: Die ehemalige Glasermeisterin Dagmar Müller aus München infizierte sich 2007 im Rahmen einer Nierenstein-OP mit einem resistenten Erreger. Seither hat sie etliche weitere Eingriffe über sich ergehen lassen müssen; sie ist sich sicher: 'Ich bin zu 80 Prozent schwerbehindert - aufgrund von Krankenhauskeimen.' Ihrer Meinung nach haben die Ärzte schwerwiegende Fehler begangen. Sie klagt deshalb gegen die Klinik, und hat sich einen Anwalt zu Hilfe genommen, der auf MRSA-Fälle spezialisiert ist. Außerdem begleitet Rainer Maria Jilg einen mobilen Hygienearzt durch Bayern und erfährt: Es gibt immer noch viel zu wenig Hygiene-Fachpersonal.

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