Kismet - Emanzipation auf Türkisch

Kismet - Emanzipation auf Türkisch

GesellschaftsreportageF / GR  

Türkische Primetime-Seifenopern stellen traditionelle Regeln in Frage und regen Frauen in vielen Ländern von Ägypten bis Abu Dhabi dazu an, ihr Leben aktiv zu verändern - vor allem vor dem Hintergrund des als gescheitert geltenden Arabischen Frühlings. Samira, eine Aktivistin aus Kairo, die sich am Volksaufstand beteiligt hatte und die von der Armee zu einem 'Jungfräulichkeitstest' gezwungen wurde, sagt: 'Wir brauchen türkische Fernsehserien wie ‚Fatmagül'ün Sucu Ne?', die offen über die Rechte der Frauen sprechen, mit Tabus brechen und Frauen eindringlich dazu aufrufen, ihre Stimme zu erheben.' Samira verklagte die Soldaten wegen sexuellen Missbrauchs und gewann das Verfahren - ein Präzedenzfall, der den 'Jungfräulichkeitstests' in Ägypten ein Ende setzte. Auch in Athen, Mostar und Sofia, wo türkische Seifenopern inzwischen die lokalen Fernsehserien entthront haben, helfen diese Sendungen dabei, Vorurteile über muslimische Frauen und Männer abzubauen. Außerdem ermutigen sie Frauen dazu, an traditionelle Familienwerte anzuknüpfen, die im Zuge der Verwestlichung der Gesellschaft verloren gingen. Die Dokumentation der griechischen Filmemacherin Nina Maria Paschalidou enthält Interviews mit türkischen Fernsehstars wie Songül Öden ('Gümüs' und 'Noor'), Halit Ergenc ('Magnificent Century'), Meryem Uzerli ('Magnificent Century'), Meltem Miraloglu ('Life Goes on') und Beren Saat ('Fatmagül'ün Sucu Ne?').

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