Kassel - Boomtown zwischen Herkules und Himmelsstürmer

Kassel - Boomtown zwischen Herkules und Himmelsstürmer

Kassel ist selbstbewusst geworden. Aus der oft verspotteten hässlichen Nachkriegsstadt am Zonenrand ist eine 'Boomtown' geworden, die sich mit den Etiketten 'wirtschaftlich dynamisch' und 'lebenswert' schmücken darf. Mit dem durchaus noch vorhandenen Glanz der alten Residenzstadt unter dem Herkules wird jetzt offensiv geworben, mit dem versteckten Charme der fünfziger Jahre gespielt, mit dem Weltrang als documenta-Standort gepunktet. 'In Hessen ganz oben' - so stellt sich Kassel zum Hessentag 2013 vor. 'Ganz oben' - da thront das Wahrzeichen der Stadt, der Herkules, und macht die Verbindung von Kunst und Natur besonders deutlich. Die weltberühmten Wasserspiele sind ein technisches Wunderwerk, eingebettet in eine Naturkulisse, bei der die Parks unmerklich ins grüne Umland übergehen. Der 'Himmelsstürmer' vor dem Kulturbahnhof steht für das neue Kassel. Ein Mann läuft in den Himmel - dieses documenta-Kunstwerk liebten die Kasseler so sehr, dass sie Spenden sammelten, damit es in der Stadt bleiben durfte. Von noch weiter oben, von der Sonne, bezieht Kassels Boom-Industrie, die Solartechnik, ihre Energie. Literarisch reklamieren die Kasseler die Weltmarke 'Brüder Grimm' für sich, kulinarisch setzen sie auf ihre einzigartige 'Ahle Wurscht' - mundartlich für alte Wurst. Zum neuen Stolz auf die Stadt gehört auch, dass sich wieder mehr junge Leute mit Kasseläner Mundart beschäftigen - davon zeugt nicht zuletzt die wachsende Beliebtheit des Kasseler Mundartrockers 'Dark Vatter'.

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