Kaschmirs schwimmende Welt

Kaschmirs schwimmende Welt

AuslandsdokuD  

Das Kaschmir-Tal liegt im Nordwesten Indiens. Auf 1.600 Metern Höhe entstand hier, umgeben von den Gipfeln des Himalayas, durch zahlreiche in den Bergen entspringende Flüsse in Jahrmillionen ein Labyrinth aus Wasserläufen, schwimmenden Gärten, Inseln und Seen. Sein Zentrum ist der Dal-See, der auch das Juwel Kaschmirs genannt wird. Mit den ersten Sonnenstrahlen des Tages beleben hölzerne, bunt verzierte Shikaras, gondelähnliche Langboote, den Dal-See. Ali Mohammed Bhat führt in der Dokumentation durch den exotisch anmutenden Alltag der Hanjis, der Bootsmenschen, die mit und auf dem Dal-See leben. Die Region ist stark geprägt von den unterschiedlichen Völkern, die am See siedeln. Über Jahrhunderte entstand eine einzigartige Kulturlandschaft und mit ihr Traditionen, wie das Handwerk des Walnuss-Schnitzens und die kunstvoll verzierten Hausboote, die heute häufig als Hotels genutzt werden. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Pakistan und Indien Ende der 80er Jahre machten das Kaschmir-Tal lange zu einem für Touristen gefährlichen Ort. Erst langsam beginnt sich die Region zu erholen. Die Unruhen haben das Land wirtschaftlich stark geschwächt, und niemand hat sich um eine funktionierende Infrastruktur gekümmert. So droht dem See und seiner Umgebung durch die fehlende Kanalisation und eine Überdüngung der Felder eine ökologische Katastrophe. Die Menschen am Dal-See müssen eine Entscheidung treffen.

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