Kairo - Leben auf dem Friedhof

Kairo - Leben auf dem Friedhof

In den Mauern des monumentalen Friedhofs El Arafa in Kairo ist zwischen Gräbern und Mausoleen eine eigene Stadt gewachsen. Diese 'Stadt der Toten' wird von einer Million Menschen bevölkert. Jeden Tag finden zahlreiche Begräbnisse statt, während das Leben rundherum seinen gewohnt gemächlichen Lauf nimmt. So treibt ein junger Hirte seine Herde durch die engen Gassen, eine Marktfrau verkauft Wäschekörbe aus Kunststoff, und Kinder lassen zwischen den Grabsteinen Drachen steigen. Respekt vor der Totenruhe gibt es nicht. Dafür ist ein allgegenwärtiger Sinn für Realismus spürbar. In dieser Nekropole haben die Lebenden und die Toten ihren Frieden miteinander geschlossen. Auch wenn Allah allgegenwärtig ist, hindert dies die Menschen nicht daran, sich an einen Grabstein zu lehnen, zu rülpsen, einen Passanten als Bastard zu beschimpfen oder ganz freimütig über ihren Wunsch nach Sex vor der Ehe zu plaudern. Oder wie eine Bewohnerin des Friedhofs sagt: 'So nah bei den Toten zu wohnen, muss die Menschen weise machen.

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