Junges Licht

Junges Licht

Ein Sommer im Ruhrgebiet, Anfang der 60er-Jahre. Die Gastarbeiter sind schon da, und die Tante Emma-Läden noch rentabel; Rauchen gilt nicht als gesundheitsgefährdend, und Currywurst als nahrhaft.

Julian Collien ist fast zwölf Jahre alt und lebt in einer Siedlung, die geprägt ist vom Bergbau und gekennzeichnet durch Armut und Brutalität.

Er ist ein sensibler Beobachter. Sein Vater Waller schuftet unter Tage, während Mutter Liesel von chronischen Gallenkoliken geplagt wird. Nach einem Nervenzusammenbruch fährt sie mit Julians kleiner Schwester Sophie zur Schwiegermutter ans Meer. Vater und Sohn bleiben allein zurück.

Das Nachbarsmädchen Marusha fasziniert und verwirrt Julian zugleich. Ihrer verbalen und sexuellen Direktheit ist er hilflos ausgeliefert. So lässt er sie nicht nur den roten Nagellack der Mutter benutzen und die filterlosen Zigaretten des Vaters rauchen, sondern auch mit ihrem Bettgenossen Jonny nachts in die Wohnung. Am Sonntag nimmt Vater Walter Julian und Marusha mit zu seinem Zechenkumpel Lippek. Aber der harmlose Ausflug entwickelt sich zu einem turbulenten Saufgelage. An dessen Ende Marusha dem Vater verspricht, sich zu revanchieren. In der Nacht werden Julian und auch Vermieter Gorny Zeuge, wie Vater Walter nur in Unterhose Marushas Zimmer verlässt. Woraufhin die Familie aus der Wohnung geworfen wird.

Nach ihrer Rückkehr will Julians gereizte Mutter ihre Wut - wie schon so oft - an ihrem Sohn auslassen. Doch dieser kann sie das erste Mal abwehren und läuft weg. In der Kirche vertraut sich Julian dem Pfarrer an. Er fühlt sich schuldig, seinen Vater nicht vor dem Ehebruch bewahrt zu haben. Aber kann man überhaupt die Sünden eines anderen beichten?

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