Jukka-Pekka Saraste dirigiert Rachmaninow und Brahms

Jukka-Pekka Saraste dirigiert Rachmaninow und Brahms

Im Jahr 1909 steht Sergej Rachmaninow auf dem Höhepunkt seines Ruhmes und hat sich als überragender Künstler seiner Zeit etabliert. Zwar gilt er unter fortschrittlichen Zeitgenossen als überholter Romantiker, als letzter Erbe Tschaikowskys, doch seiner Popularität beim Publikum tut das keinen Abbruch. Insbesondere die Verschränkung seiner Rollen als Komponist, Dirigent und Virtuose sichert ihm eine Sonderstellung - ein Künstlermodell, das auf Mozart, Mendelssohn & Co. zurückgeht. Im Herbst 1909 steht die aufregendste Unternehmung in Rachmaninows Karriere an: eine ausgedehnte Amerika-Tournee. Bis zuletzt feilt er an der Partitur, zum Üben kommt Rachmaninow erst auf dem Transatlantikdampfer. Die Uraufführung des Konzerts Nr. 3 d-Moll für Klavier und Orchester findet am 28. November 1909 in New York statt. Am 16. Januar des Folgejahres spielt Rachmaninow das Konzert erstmals in der Carnegie Hall. Johannes Brahms unternahm gleich mehrere Versuche, sich der Gattung Sinfonie zu nähern. Allzu übermächtig schien ihm - wie vielen seiner Zeitgenossen - die Sinfonik Ludwig van Beethovens, als dass ohne Scheu ein eigenes sinfonisches Werk denkbar gewesen wäre. Brahms zögerte, doch 1862 festigte sich seine Vorstellung, eine Sinfonie in Angriff zu nehmen. Deren Entstehungszeit dehnte sich, immer wieder unterbrochen, bis 1876 aus. Nach der Uraufführung in Karlsruhe bedeutungsschwer als 'Beethovens Zehnte' tituliert, lässt die Sinfonie in ihrer kompositorischen Anlage tatsächlich jenes Ringen mit dem Vorbild erkennen. 3sat zeigt eine Konzert-Aufzeichnung aus der Kölner Philharmonie vom 9. März 2012. Brahms Sinfonie Nr. 1 c-Moll und Rachmaninows Konzert Nr. 3 d-Moll werden vom WDR Sinfonieorchester und dem jungen russischen Pianisten Denis Matsuev gespielt. Matsuev hat bereits mit allen großen Orchestern weltweit zusammengearbeitet. Am Dirigentenpult steht Jukka-Pekka Saraste, der Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters Köln. Als nächsten Beitrag zum 'Festspielsommer' sendet 3sat am Sonntag, 5. August, 20.

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