Jahrgang 45

Jahrgang 45

BeziehungsdramaDDR  

23 Jahre jung ist Al und seit zwei Jahren mit Li verheiratet. Gemeinsam wohnen sie in einer Einzimmer-Altbauwohnung im Berliner Prenzlauer Berg. Aber Al will nicht weiterleben wie bisher. Er möchte das Gewohnte durchbrechen, auch wenn er noch nicht weiß, wohin er will. So reicht er die Scheidung ein, obwohl er Li, die als Säuglingsschwester arbeitet, liebt. Weder seinem guten Nachbarn und Freund, dem 70-jährigen Mogul, noch seinem Opa und seiner Mutter kann Al sich erklären. Seiner Familie wirft der junge Mann zudem vor, dass sie von ihren Kriegserlebnissen und der Vergangenheit nicht loskomme. Zunächst zieht Al in eine Kellerwohnung, dem Treffpunkt seiner alten Motorradkumpels. Da er Urlaub hat, lässt Al sich durch die Stadt treiben, trifft Freunde und flirtet mit Mädchen. Zwischendurch kehrt er vor Langeweile sogar an seinen Arbeitsplatz, eine Kfz-Werkstatt, zurück. Aber was er sucht, das eigentliche Leben, kann er nicht finden. Trotzdem kommt es zu einer Wiederannäherung von Al und Li. Jürgen Böttcher gelang es in seinem Spielfilm mit dokumentarischem Habitus perfekt, das jugendliche Lebensgefühl einer Generation auszudrücken, die selbst den Zweiten Weltkrieg nicht mehr erlebt hat. Nach dem 11. Plenum des ZK und dem Stopp zahlreicher Produktionen wurde 'Jahrgang 45' inhaltlich und künstlerisch jedoch in eine Reihe mit den Verbotsfilmen gestellt und nach der Vorführung des Rohschnittes verboten. Erst auf der Berlinale 1990 konnte der Film seinen berechtigten Erfolg feiern. Im 'FilmSommer Berlin' zeigt das rbb Fernsehen am kommenden Mittwoch, den 20.08.2014 'Playgirl' von Will Tremper mit Eva Renzi in der Hauptrolle.

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