Im Seßlacher Winkel

Im Seßlacher Winkel

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Wenn man von der Vestestadt Coburg durch die sanfte oberfränkische Hügellandschaft nach Seßlach fährt, glaubt man, in einer längst vergangenen Welt gelandet zu sein. Ein altes Fachwerkhaus steht dort neben dem anderen, mit vielen kleinen Läden, Handwerksbetrieben und Gaststätten, fast alle sind nach alten Vorbildern hergerichtet und werden liebevoll gepflegt. Zu verdanken ist das einem ehrgeizigen und konsequenten Sanierungskonzept, das vor mehr als 25 Jahren begonnen wurde, von fast allen Bewohnern wurde es mitgetragen und mittlerweile mit viel Eigeninitiative umgesetzt. Dass Seßlach jahrzehntelang an der Zonengrenze lag und dadurch ins wirtschaftliche Abseits geriet, hatte dabei immerhin einen positiven Effekt: Während die Modernisierungswut der 1970er- und 1980er-Jahre viele andere Orte regelrecht verschandelt hat, fehlte den meisten Seßlachern dafür das Geld. Jetzt ist das Städtchen ein Kleinod, das es mit Rothenburg oder Dinkelsbühl durchaus aufnehmen kann. Mit einer gemeindeeigenen "Kommunbrauerei", in der nach 650 Jahre altem Rezept Original Seßlacher Bier gebraut wird und ungewöhnlich vielen Gaststätten, in denen man noch typisch oberfränkische Gerichte serviert bekommt. Innerhalb der Stadtmauer leben und arbeiten 450 Menschen, das entspricht einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt und ein kleiner Ratsch zum selbstverständlichen Ritual gehört.

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