Im Reich der chinesischen Kampfgrillen

Im Reich der chinesischen Kampfgrillen

Seit über tausend Jahren begeistern sich Chinesen für Grillen. Nicht nur wegen ihres Zirpens werden die Insekten geschätzt und als Haustiere gehalten, schon Kaiser rühmten auch die Kampfbereitschaft der Sechsbeiner. In Mini-Arenen treten die Grillenmännchen gegeneinander an. Der Handel mit der Heuschreckenspezies ist in der Volksrepublik ein ernstzunehmender Wirtschaftszweig, in dem Millionen umgesetzt werden. Allein Shanghai zählt eine halbe Million Grillen-Enthusiasten, sechs Millionen sollen es in ganz China sein. Jeden Sommer verbringt der Sammler Chi Qiang mit der Suche nach den größten und stärksten Exemplaren. In der ostchinesischen Provinz Shandong bieten die Bauern auf unzähligen Märkten früh morgens ihre Beute an. Eine gute Kampfgrille kann mehrere Hundert Euro kosten, viel Geld für ein Tier, das nur 100 Tage alt wird. Jeder Besitzer hat seine eigene Methode, um aus den Insekten in kürzester Zeit starke Kampfgrillen zu machen. Vor dem Wettkampf - so sagen Sammler - soll auch Sex mit einem Grillenweibchen die Angriffslust der Männchen steigern. Bevor sie in der Arena aufeinandertreffen, werden die Grillen gewogen. Wie beim Boxen treten sie in unterschiedlichen Gewichtsklassen gegeneinander an. Blitzartig attackieren sich die Gegner mit ihren ausgefahrenen Zangen, bis einer von ihnen - unverletzt - einen Rückzieher macht und den Sieger laut zirpend zurücklässt. Die Dokumentation erzählt von einer chinesischen Tradition, die im modernen China und der globalisierten Megacity Shanghai außergewöhnlich skurril erscheint.

Bewertung

0,0   0 Stimmen