Im Banne des ewigen Eises

Im Banne des ewigen Eises

Ein Porträt des allerersten Polarforschers, der in seiner Zeit eine Weltautorität auf diesem Gebiet war und heute in Vergessenheit geraten ist: Erich von Drygalski. Amundsen, Scott, Peary, Nansen - diese Namen fallen einem auf Anhieb ein, wenn man an Polarforschung denkt. Einer der allerersten dieser Spezies und in seiner Zeit eine Weltautorität auf diesem eisigen Gebiet ist dagegen heute in Vergessenheit geraten: Erich von Drygalski. Das Wenige, was an ihn noch erinnert, ist eine Allee im Münchner Süden und ein umfangreiches Archiv mit seinen Forschungsdaten im Geographischen Institut an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Erich von Drygalski leitete von 1901 bis 1903 die erste deutsche Antarktis-Expedition, die überhaupt stattfand. Er war der erste Mensch, der das antarktische Territorium erkundete. Er nannte es Kaiser-Wilhelm-II.-Land. Der Kaiser in Berlin war stolz auf Drygalski und seine 'Gaußmänner'. Nach ihrem Schiff, der Gauß, wurden die Polarpioniere genannt. Die Expedition erreichte im wilhelminischen Deutschland solche Popularität, dass sie sogar im Schulunterricht besprochen wurde und in 'Büchern für die Jugend' große Verbreitung fand. Trotz all der Euphorie winkte Drygalski ab, als der Wettlauf der Nationen zum Südpol begann. Er war zu sehr Forscher, als dass er sich für ein derartiges Rennen interessieren könnte. 'Für die Polarforschung ist es unerheblich, wer als erster am Pol steht', soll er seinen Mitarbeitern gesagt haben.

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