Im Auftrag fremder Mächte - Spione zwischen den Fronten

Im Auftrag fremder Mächte - Spione zwischen den Fronten

Drei Spione - tatsächliche, verdächtigte und vermutlich überführte Handlanger fremder Mächte - stehen im Mittelpunkt des ARTE-Schwerpunkts zur Spionage und dem Schicksal berühmter Agenten. Richard Sorge, gebildeter Bonvivant, charmanter Frauenheld und trinkfester Kommunist entspricht wohl am ehesten dem Stereotyp des abgebrühten und zu allem entschlossenen Draufgängers, der sein Leben in den Dienst einer übergeordneten Sache stellt und dafür bereit ist, in den Tod zu gehen. Der wegen seiner im Ersten Weltkrieg unter Beweis gestellten Loyalität zu seinem Vaterland auch bei hohen deutschen Diplomaten unverdächtige Sohn eines Deutschen und einer Russin konnte überraschend lange wichtige Informationen über die deutsch-japanischen Kriegsvorbereitungen nach Moskau übermitteln. So setzte er Stalin präzise vom bevorstehenden Angriff Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion in Kenntnis, allerdings erfolglos. Als es an den Russen gewesen wäre, ihrem besten Agenten in Asien zur Seite zu stehen, ließ der Kreml verlauten, ein Richard Sorge sei in Moskau gänzlich unbekannt und lieferte ihn der Willkür der japanischen Justiz aus. "Stalins James Bond: Richard Sorge - Der verratene Meisterspion" beleuchtet das Schicksal des charismatischen Agenten. Mata Hari, eine junge Frau aus der niederländischen Provinz, genoss in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg den Ruf einer Femme Fatale par excellence. Früh verwaist, setzt das bildschöne Mädchen gezielt ihren außergewöhnlichen Liebreiz ein. Nach einer katastrophal verlaufenen Ehe und dem Verlust ihrer Kinder, verschafft sie sich dank einer kometenhaften Karriere als vermeintlich orientalische Nackttänzerin Zugang zu den höchsten politischen Kreisen in Paris und Berlin. Genau das soll ihr in der aufgeheizten Stimmung kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum Verhängnis werden: "Mythos Mata Hari - Exotik und Erotik". Außerdem wird der Spielfilm "Mata Hari, Agent H.21" (1964) von Jean-Louis Richard gezeigt: Das Doppelleben der Spionin funktioniert nahezu reibungslos - bis ihr die Liebe einen Strich durch die Rechnung macht. Karl Ludwig Schulmeister war der gewitzte Sohn eines Pastors im badischen Grenzgebiet unweit von Straßburg. Früh weiß der junge Mann familiäre und geschäftliche Kontakte beiderseits des Rheins zu seinem Vorteil zu nutzen. Dank seiner Informationen und Kontakte kann er den vorrückenden Truppen Napoleons wertvolle Kenntnisse zukommen lassen und wird zum Lohn mit wichtigen Funktionen bedacht. Wie beim Aufstieg Napoleons, so ist auch sein Fall mit dem des zu seiner Zeit mächtigsten Herrschers über Europa verknüpft: "Napoleons Deutscher 007: Karl Ludwig Schulmeister - Napoleons deutscher Meisterspion". In eine ganz andere Zeit führt der Spielfilm "Das Russland-Haus" (1990) von Fred Schepisi. Geheimdienstmachenschaften zur Zeit des Kalten Krieges. Verleger Barley Blair soll Kontakt zu dem russischen Autor eines politisch wichtigen Manuskripts herstellen. Doch dann verliert er bei seinem Einsatz vor Ort sein Herz an eine Russin ...

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