Ihr werdet euch noch wundern

Ihr werdet euch noch wundern

Am 1. März 2014 verstarb der große französische Filmregisseur Alain Resnais im Alter von 91 Jahren. Ihm zu Ehren zeigen wir den Film 'Ihr werdet euch noch wundern', mit dem Alain Renais 2013 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes vertreten war. 'Ihr werdet euch noch wundern' gleicht einem filmischen Abschiedsbrief - mit einem Augenzwinkern inszeniert der französische Meisterregisseur Alain Resnais humorvoll bis leise-melancholisch Reflexionen über das Leben, das Theater und den Tod. Seine wichtigsten und treuesten filmischen Weggefährten versammelt Alain Resnais in diesem Werk. Nach dem Tod des gefeierten Theaterautors Antonie d'Anthac erhalten seine Freunde eine Einladung in sein Landhaus. Hier teilt ihnen der Verstorbene per Video seinen letzten Wunsch mit. Alle der versammelten Freunde haben über Jahre in Antoines Stück 'Eurydice' mitgewirkt und sollen für ihn eine letzte Entscheidung treffen: Eine junge Theatertruppe hat einen Mitschnitt ihrer Proben zu 'Eurydice' geschickt, um von Antoine die Erlaubnis zur Aufführung zu bekommen. Kaum sehen die Freunde ihre Figuren auf der Leinwand, sind auch sie wieder in ihren Rollen gefangen, aber das bleibt nicht die letzte Überraschung, die an diesem Abend auf sie wartet. 'Mit 'Ihr werdet euch noch wundern', den er zunächst als seinen letzten, seinen Abschiedsfilm angelegt hatte (...), begibt sich Resnais, auch in seinem 92. Lebensjahr noch immer der wagemutigste Regisseur des französischen Kinos, tief in die Echokammer des eigenen Werks. Nicht auf eine sentimentale Rückschau hat er es dabei abgesehen, sondern auf eine nach innen gefaltete Entdeckungsreise: Jedes Wort ist schon mindestens einmal gesprochen, jede Träne schon mindestens einmal vergossen worden, und doch ist einerseits jede Träne wieder genauso echt oder unecht, wie es die erste war; und andererseits kann keiner der Beteiligten wissen, worauf er sich einlässt, wenn er das Anwesen des Regisseurs betritt und sich damit der kreativen Willkür eines (un-)toten auktorialen Bewusstseins aussetzt.' (Lukas Foerster, taz 06.06.2013)

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