Grüße aus Kaschmir

Grüße aus Kaschmir

Lisa ist überglücklich. Sie ist frisch verliebt in Sharif Mishra, einen charmanten jungen Mann aus Kaschmir, der seit sechs Jahren als Ingenieur in Deutschland arbeitet. Seine Fantasie und seine Sicht auf die Welt, die so ganz anders ist, faszinieren sie. Kurz darauf wird sie schwanger, und Lisa bekommt zum ersten Mal Zweifel, ob ihre Liebe eine Zukunft hat und ob sie ihr Leben durch ein Kind komplett auf den Kopf stellen will. So verheimlicht sie Sharif zunächst die Schwangerschaft. Lisas Zweifel werden bestärkt, als sich Sharif zu verändern beginnt. Auch Sharif hat ein Geheimnis vor Lisa: Sein Bruder Tajjab Mishra ist aufgetaucht und verlangt von Sharif die Mithilfe bei einem Anschlag. Er erinnert Sharif an die Ermordung ihrer Familie durch das indische Militär und seine Pflicht, für die Unabhängigkeit Kaschmirs zu kämpfen. Sharif überlebte das Massaker damals nur, weil Tajjab ihm das Leben rettete. Gefangen zwischen Schuld- und Ehrgefühl und seinem Entschluss, mit dem Kämpfen abgeschlossen zu haben, muss er nun eine Entscheidung zwischen Leben und Tod, Vergangenheit und Zukunft treffen. Als Lisa von der Polizei beobachtet und verhört wird, wird sie misstrauisch. Obwohl sie keine konkreten Anhaltspunkte hat, scheinen sich ihre schlimmsten Befürchtungen zu bewahrheiten: Sharif will sich an dem Attentat beteiligen. Der Mann, der ihr so vertraut war, ist auf einmal ein Fremder. Gepeinigt von Selbstvorwürfen und der Angst um Sharifs Leben wächst in ihr eine fatale Erkenntnis: Um Sharif zu retten, muss sie ihn verraten. Ein Wettlauf gegen die Zeit mit unabsehbaren Folgen beginnt. Der Fernsehfilm 'Grüße aus Kaschmir' wurde 2005 mit dem renommierten Grimme Preis ausgezeichnet. Er greift ein brisantes politisches Thema der heutigen Gesellschaft auf und fragt: Welche Motive hat ein Mensch, der zum Terroristen wird? Dabei wird die Zerrissenheit der Protagonisten zwischen persönlichen und politischen Bindungen eindringlich deutlich.

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