Gestatten: Fleming, Ian Fleming

Gestatten: Fleming, Ian Fleming

KünstlerporträtD  

James Bond ist eine Ikone der Popkultur. Weltweit kennt man seine Vorlieben für schnelle Autos und schöne Frauen, und selbst Abstinenzler wissen, wie Bond seinen Martini bestellt. Weniger bekannt ist der Mann hinter James Bond: Ian Fleming, der britische Schriftsteller, der den Agenten mit der Doppel-Null und der Lizenz zum Töten erfunden hat. Dabei ist Fleming durchaus einer der großen Erzähler des 20. Jahrhunderts - und es steckt verblüffend viel Fleming in James Bond.

Die Dokumentation porträtiert den Autor Ian Fleming und kommt dabei der Figur James Bond näher als mancher Bond-Film. Sie erzählt, wie sich der Schulversager und Sohn aus gutem Hause in anderen Bereichen einen Namen machte: als Frauenschwarm, Athlet und Geheimdienstmitarbeiter beim Marine-Nachrichtendienst während des Zweiten Weltkriegs.

Zu Wort kommen die engsten Familienmitglieder Flemings, darunter die beiden Töchter seines älteren Bruders Peter. Sie verwalten und mehren Flemings literarischen Nachlass. Denn noch heute werden James-Bond-Romane in Auftrag gegeben. Ian Flemings Stieftochter Fionn Morgan spricht über Flemings leiblichen Sohn Caspar und dessen tragisches Leben sowie über den zweiten großen literarischen Einfall ihres Stiefvaters, die Kindergeschichte vom Wunderauto "Chitty Chitty Bang Bang", die für Caspar ausgedacht war und eine liebenswert verspielte Selbstparodie des James-Bond-Universums ist.

Die Dokumentation zeigt auch, was Fleming und sein Alter Ego mit Kitzbühel und Wattenscheid zu tun haben, mit Vogelkunde und der Welt unter Wasser. Und die beiden Übersetzerinnen der vollständigen deutschen Neuübersetzung der Bond-Romane erklären, warum "James Bond" eigentlich Frauenliteratur ist.

Schließlich ruft der britische Autor Simon Winder die Bedeutung Ian Flemings für das Großbritannien der 1950er Jahre in Erinnerung: In einer Zeit, in der das Empire seinen Niedergang erlitt, habe Fleming für "ein Quantum Trost" gesorgt.

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