Gespielte Flucht

Gespielte Flucht

DokumentarfilmFrankreich  

In Mexiko, etwa zwei Autostunden von der Hauptstadt entfernt, liegt die Gemeinde El Alberto. Dort findet jede Woche eine Touristenattraktion der ganz speziellen Art statt: Die Einwohner stellen für die Besucher in einem Rollenspiel die nächtliche Flucht über die Grenze in die USA nach. "Wir haben überlegt, was wir erfinden könnten, um Touristen anzulocken, was wir ihnen verkaufen könnten. Jetzt verkaufen wir ihnen das, was wir am besten können: illegal einwandern", so ein Einwohner von El Alberto.

Die sogenannte Caminata Nocturna (zu Deutsch "Nachtwanderung") verläuft wie nach einem Drehbuch eines spannenden Actionfilms und endet auch mehr oder weniger gewaltsam. Die Organisatoren des Rollenspiels sind selbst ehemalige illegale Migranten, die für kurze Zeit aus dem Süden der USA in ihre Heimat zurückkommen. Sie spielen die amerikanische Grenzpolizei La Migra, die Schlepper, Diebe und Drogendealer, die in den illegalen Grenzübertritt involviert sind. Die Touristen ihrerseits schlüpfen im Replay in die Haut der illegalen Einwanderer. Die Nacht in El Alberto wird lang - und das Schauspiel vermischt sich mit dem tatsächlichen Leben.

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