Geschichten aus der Markthalle

Geschichten aus der Markthalle

Ilse Schreiber ist die Königin der Würste. Ob Krakauer, Fleisch - oder Rindswurst, ob mit und ohne Knoblauch, Senf oder Ketchup - wenn es ein Produkt in der Frankfurter Kleinmarkthalle gibt, das von früh bis spät über die Theke geht, dann sind es Ilse Schreibers Würste. Seit mehr als dreißig Jahren betreibt sie ihren Stand, und egal, welcher Schicksalsschlag ihr widerfuhr, die Markthalle ist ihr Sinn und Motor geblieben, um im Leben zu bestehen. Eine Etage darüber verkauft Francesco Belvedere hochwertige Öle, Balsamico-Essig und einen hervorragenden Rotwein. Dass er Kommunist ist und mit dem lieben Gott nicht viel am Hut hat, gibt er sofort zu: Gott brauche nur, wer Angst hat vor dem Tod und vor dem Leben - und ängstlich war Francesco nie, weder als Gewerkschafter bei Alfa Romeo noch als Händler in der Kleinmarkthalle. Nicht weit von seinem Stand präsentiert sich eine wahre Pracht an Köstlichkeiten: frisches Gemüse in allen Sorten, reife Pfirsiche neben exotischen Mangos, persische Süßigkeiten. Doch für viele Händler in der Kleinmarkthalle bleiben sie tabu - zumindest während des Ramadans. Wie es dem muslimischen Feinkosthändler inmitten von Trüffeln und anderen Versuchungen dennoch gelingt zu fasten, wie die Familie Frieser am Stand gegenüber als Familienunternehmen ihre Kunden nicht nur bedient, sondern auch unterhält, und weshalb der Japaner Kinya Terada nicht mehr Hedgefond-Manager sein wollte, sondern als Buddhist nicht nur feinsten Tee zelebriert und Messern den meisterhaften Schliff verleiht, davon erzählt die Reportage "Würste, Kräuter und der liebe Gott".

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