German Grusel - Die Edgar Wallace-Serie

German Grusel - Die Edgar Wallace-Serie

'Der Frosch mit der Maske' war ein Überraschungserfolg. Als der erste Edgar Wallace-Krimi 1959 in die deutschen Kinos kam, hatte niemand damit gerechnet, dass die Mischung aus Krimi, Horror und Komik sofort beim deutschen Publikum zündet. Mysteriös und skurril, zwischen Geisterbahngrusel und Boulevardkomödie angesiedelt, spielten sie in einem Fantasie-London, das fast ausschließlich in deutschen Studios entstand. Bis 1972 wurden mehr als 30 Filme gedreht mit insgesamt über 100 Millionen Kinobesuchern sind die Edgar-Wallace-Filme mit Abstand die längste und erfolgreichste Serie in der Geschichte des deutschen Kinos. Sie haben bis heute Kultstatus. Die Dokumentation 'German Grusel' zeigt die Gründe für diesen außergewöhnlichen Erfolg: Eigentlich war der britische Schriftsteller Edgar Wallace, der die Vorlagen für die Filme lieferte, in den 1950er-Jahren weltweit aus der Mode zu altbacken, zu gediegen, zu langweilig. Nur in Deutschland war das anders, denn hier bestand nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs Nachholbedarf. Die Nationalsozialisten hatten Krimis im Allgemeinen und Edgar Wallace im Besonderen verboten. Die Edgar-Wallace-Filme waren somit die ersten seit den expressionistischen Filmen der Weimarer Republik, in denen sich im deutschen Kino wieder alles um Verbrechen und die Schattenseiten der menschlichen Existenz drehte - und es scheinen sogar Stilmittel aus Klassikern wie 'M eine Stadt sucht einen Mörder' durch. Altbekannte deutsche Schauspieler wie die UFA-Stars Fritz Rasp und Elisabeth Flickenschildt oder neue Gesichter wie Klaus Kinksi, der in zahlreichen Folgen mitwirkte, prägten die massentauglichen Wallace-Filme. Mitte der 1960er-Jahre versuchten die Macher, die Serie zu verjüngen und sich dem neuen Zeitgeschmack anzupassen. Der Versuch, das, was sich das deutsche Publikum unter Popkultur vorstellte, in die Filme zu integrieren, sorgte bisweilen für bizarre Ergebnisse und steigerte den Trash-Faktor.

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