Gekaufte Kinder

Gekaufte Kinder

'Willst du mit in mein Kinderheim kommen?' fragte der deutsche Mann den Jungen, der neben einem der vielen Zelte in der haitianischen Hauptstadt Port au Prince saß. Der etwa elfjährige Fabian (Name geändert) ging mit dem fremden, weißen Mann mit, denn nach dem Erdbeben war er allein. Und hungrig. Im Kinderheim waren noch andere Jungen. Nur Jungen, keine Mädchen. Denn der deutsche Mann interessierte sich nur für Jungs, das musste F. schnell feststellen. Wie die anderen Jungen wurde auch er mehrfach missbraucht, nicht nur von diesem einen Deutschen. Alles endete am Zoll in München, als Fabian mit einem falschen Pass nach Deutschland eingeschleust werden sollte. Jetzt befindet er sich an einem geheimen Ort, denn er ist ein wichtiger Zeuge. Die Täter hatten sogar einen Verein gegründet, um Spenden geworben. Die Vereinsziele waren neben der Hilfe vor Ort, in Slums und Krisengebieten, auch die Betreuung von Migranten in Deutschland. '37°' geht auf Spurensuche und fragt, wie Kinder geschützt werden können. Männer, die wegen Kindern ins Ausland reisen, missbrauchen oft jahrelang, ehe sie auffallen. Das weiß man auch bei der Polizei. Noch vor einigen Jahren konnte das in Deutschland nicht geahndet werden. Heute gibt es sogar eine zentrale Mailadresse für Touristen beim BKA. Hoffnung für Kinder, die durch Armut den fremden Männern ausgeliefert sind.

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