Filmreihe: Hochspannung auf ARTE

Filmreihe: Hochspannung auf ARTE

Vom 9. bis 26. März zeigt ARTE eine Reihe mit Kriminalfilmen von den ersten B-Movies aus den amerikanischen Nachkriegsjahren und den davon inspirierten französischen Films Noirs über die späte Chandler-Adaptation "Chinatown" bis zu einem Tavernier-Krimi, der in Marseille spielt und einem originellen "Polar", der im Jura spielt. Dominik Graf, der lange schon Experte des Genres war, bevor er selbst Genrefilme machte, führt in die Filmreihe ein.

Den Auftakt bildet Sidney Lumets "Serpico" aus dem Jahr 1973. Al Pacino, der in den Jahrzehnten "New Hollywoods" üblicherweise den nervösen Gangster gibt, spielt einen New Yorker Cop, der Korruption in den eigenen Reihen aufdecken will. Um Korruption, dieses Mal in den Kreisen der Politik, geht es in der Hammet-Verfilmung "Der gläserne Schlüssel" aus dem Jahr 1942, einer der wenigen Film Noirs, der ein gesellschaftspolitisches Thema aufgreift.

"Who Killed Marilyn?" (Frankreich, 2010) ist eine Hommage an Marilyn Monroe und die Coen-Brothers, und Letzteres nicht nur, was die Abgelegenheit des Schauplatzes und die tief verschneite Landschaft angeht. Roman Polanskis "Chinatown" nach Chandler mit seinem genial-verwinkelten Plot kann man immer wieder sehen. Jack Nicholson bereichert die Figur des "private eye" um eine moderne Facette.

Für "Die blaue Dahlie" (USA, 1946) schrieb Chandler sogar das Drehbuch. Hollywood-Routinier George Marschall brachte nach "Der gläserne Schlüssel" erneut das damalige Hollywood-Traumpaar Alan Llad und Veronica Lake zusammen auf die Leinwand.

"Unter Verdacht" ist der erste Film von Georges Clouzot nach dem Zweiten Weltkrieg. Der große Louis Jouvet nimmt die Großstadt-Kommissare der 50er Jahre vorweg: beruflich routiniert, privat resigniert und immer einsam.

Claude Sautet brachte 1960 Lino Ventura und Jean-Paul Belmondo zusammen auf die Leinwand, in dem Gangsterfilm "Der Panther wird gehetzt". Auf ARTE ist dieser Film zum ersten Mal zu sehen.

Der Franzose Bertrand Tavernier ist ein großer Cinephiler und Bewunderer des amerikanischen Genrekinos. Sein "L. 627" aus dem Jahr 1992 handelt von der aufreibenden Arbeit der Drogenbrigade im berüchtigten Marseille.

Die Reihe endet mit einem Klassiker der Schwarzen Serie, mit "Gewagtes Alibi" des deutschen Exilanten Robert Siodmak nach dem Roman "Criss-Cross" von Don Tracy. Stephen Soderbergh verfilmte den Stoff später noch einmal. In der Hauptrolle bei Siodmak: Burt Lancaster.

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