Fest im Sattel - Eine Cowboykirche

Fest im Sattel - Eine Cowboykirche

In der kalifornischen Kleinstadt Norco scheint die Zeit stehen geblieben zu sein: Obwohl die 25.000 Seelen-Gemeinde nur eine knappe Stunde von Los Angeles entfernt liegt, ist hier von schnellem, urbanem Leben nichts zu spüren. Norco ist grün, eine Oase in der Betonwüste. Hier türmen sich Heuballen am Straßenrand, und das Haupttransportmittel ist das Pferd. Schließlich gibt es in Norco mehr Pferde als Einwohner. Bürgersteige mussten Reitwegen, Parkplätze Pferdekoppeln weichen. Und aus einer traditionellen Kirche wurde in Norco eine Cowboykirche. Der Unterschied: Die Messe findet im Freien statt, statt Orgelmusik werden Country-Songs mit dem Banjo gespielt, und es wird vom Sattel aus gebetet - in matschigen Stiefeln und im dreckigen Hemd. Wer möchte, kann sein Pferd auf der kircheneigenen Koppel anbinden und auf einem der Klappstühle Platz nehmen, die vor der kleinen Bühne mit Westernkulisse aufgereiht sind. Wird den Cowboys auch diese entspannte Atmosphäre zu formell, dann reitet die Gemeinde geschlossen zum nahen Fluss, um die Messe unter den Bäumen am rauschenden Wasser zu zelebrieren. Langweile kennt die Gemeinde in Norco nicht. Man trifft sich beim professionellen Rodeo, bei dem junge Männer Kopf und Kragen riskieren, um acht Sekunden auf einem wilden Bullen zu reiten, oder beim 'Extreme Mustang Make-over', dem wohl spannendsten Ereignis der Stadt. In der Cowboykirche treffen amerikanische Traditionen, Sehnsucht nach vergangenen Tagen und eine enge Verbundenheit zur Natur aufeinander und ergeben ein ungewöhnliches, aber romantisches Bild.

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