Falken im Kloster des Heiligen Franziskus

Falken im Kloster des Heiligen Franziskus

Der Alentejo ist die größte und zugleich am dünnsten besiedelte Region Portugals. Dort findet man einsame Landschaften mit weitläufigen Ebenen und sanften Hügeln, auf denen vereinzelt knorrige alte Eichen-, Oliven- und Mandelbäume stehen. Inmitten dieser Weite liegt auf einem Hügel am Ufer des Rio Guadiana das malerische Städtchen Mértola mit dem ehemaligen Kloster des Heiligen Franziskus. Es liegt wie eine Oase inmitten einer kargen, flachen Steppenlandschaft. Das Besondere an Mértola ist, dass seine mittelalterlichen Bauten einen attraktiven Lebensraum für Vögel bieten, die in Felsnischen aber auch in Simsen von Gemäuern brüten. In den Klostermauern findet man nicht nur Ortolan und Hausrotschwanz, sondern auch Rötelfalken. Diese Falken brüten in Kolonien und gehen gemeinsam auf Beutefang. Mértola ist auch eine Stadt der Störche. Sie brüten auf den Dächern der Altstadt und des Convento Sao Francisco. Eine große Kolonie von Mehlschwalben nistet unter dem Dachfirst des alten Rathauses. Der Rötelfalke zählt weltweit zu den gefährdeten Arten, und auch in Portugal ging sein Bestand seit Mitte des 20. Jahrhunderts stark zurück. Heute kommt er nur noch im Alentejo vor. Durch etliche künstliche Brutstätten im Klostergarten konnte man die Populationsgröße der Falken auf etwa 30 Paare steigern. So ist für diese Falkenart im Kloster des Heiligen Franziskus eine kleine 'Arche Noah' entstanden.

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