Expedition Mittelmeer - Wanderer
Das Mittelmeer ist einer der vielfältigsten und erstaunlichsten Lebensräume der Erde und Reiseziel von Millionen Menschen. Voller Geheimnisse sind seine Entstehung, die Tierwelt und die Spuren, die der Mensch über Jahrtausende hinterlassen hat.
Jeweils ein Expeditionsteam hat sich zu Wasser und zu Land aufgemacht, um die Rätsel des Mittelmeers unter und über Wasser zu ergründen, um Tieren zu begegnen und in die entlegensten Winkel vorzustoßen.
An Land führt die Reiseroute das Expeditionsteam diesmal von Istanbul in der Türkei entlang der östlichen Mittelmeerküste bis nach Ägypten. Am Bosporus überqueren jeden Herbst Tausende Weißstörche die Meerenge zwischen Asien und Europa. Segelnde Rosapelikane, gefilmt aus einem Leichtflugzeug an der syrisch-libanesischen Grenze, und Zigtausende rastende Kraniche vor den Golanhöhen: Das sind Bilder, die man aus dieser Region nicht erwartet.
In Nordafrika kommt das Team einer Katastrophe auf die Spur: Entlang der gesamten ägyptischen Mittelmeerküste, vom Gazastreifen im Osten bis zur libyschen Grenze im Westen, versperren auf über 700 Kilometer Länge Fangnetze den Zugvögeln den Weg. Jeden Herbst finden hier mindestens zehn Millionen von ihnen den Tod.
Ein Hotspot zur Beobachtung spektakulärer Wanderungen unter Wasser ist die Meerenge von Gibraltar. Riesige Schwärme von Thunfischen ziehen hier ab März auf ihrem Weg vorbei zu ihren Laichgründen. Auch vor den Küsten Norditaliens und Südfrankreichs finden sich im Frühjahr Wanderer ein. Gelegentlich werden hier die über 20 Meter langen Finnwale oder der Riesenhai, der zweitgrößte Fisch der Erde, gesichtet. Doch im Unterschied zu Zugvögeln und Thunfischen weiß man nicht, wohin sie ziehen oder woher sie kommen.