Ewig ohne Job

Ewig ohne Job

Gesellschaft und Soziales 

Laut offiziellen Statistiken der letzten Jahre sind gut eine Million Menschen mehr als 12 Monate ohne Job. Während insgesamt die Arbeitslosigkeit in den letzten Jahren zurückgegangen ist, stagnieren die Zahlen ausgerechnet bei den Langzeitarbeitslosen auf hohem Niveau: Warum ist das so? War es nicht eines der erklärten Ziele der Agenda 2010 und der Hartz-Gesetzgebung, Menschen, die ewig ohne Job sind, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zurück zu bringen?

Bei den Vermittlungstagen im Jobcenter Meißen suchen wir zuerst nach Antworten. Arbeitsvermittler Naundorf will dort Langzeitarbeitslose motivieren, sich selbst einen Job zu suchen. Der Kurs dauert drei Tage und ist intensiv. Ernüchterung schon am ersten Tag. Nur die Hälfte der Eingeladenen erscheint. Die, die kommen, sind aus unterschiedlichsten Motiven da. Eine alleinerziehende Mutter ist verzweifelt, weil kein Arbeitgeber auf ihre Bewerbungen reagiert. Anderen Teilnehmern geht es ähnlich. Doch es gibt auch eine Gruppe, die sich hinter Ausreden verschanzt. Es kommt für einige von ihnen zum Offenbarungseid.
Die meisten wollen raus aus Hartz IV. Doch wem gelingt das dauerhaft? Tatsächlich behindern "multiple Hemmnisse" die Jobsuche. Wie nachhaltig sind die als Folge des Kurses gefundenen Arbeitsstellen letztlich? Exakt - Die Story geht dieser Frage nach und besucht einige Teilnehmer des Kurses erneut. Gleichzeitig werden gängige stereotype Meinungen hinterfragt - wie die, dass jeder, der Arbeit will, auch eine bekommt. Stimmt das wirklich? Wir suchen die Antwort darauf bei einem Experiment in Gera.
Wie schwer das Problem Langzeitarbeitslosigkeit zu lösen ist, zeigt das teilweise hilflose Agieren der Politik. Erst Förderprogramme, dann wurde 2011 die Hälfte der Programme für Langzeitarbeitslose wieder gestrichen. Vor genau einem Jahr änderte Bundesarbeitsministerin Nahles mit einem neuen 900 Millionen Euro schweren Programm den Kahlschlag. Nahles hat sich auf die Fahnen geschrieben, zehntausende Langzeitarbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zurückzuführen. Mit Lohnkostenzuschüssen sollen zum Beispiel 33.000 neue Jobs für schwer Vermittelbare entstehen. Doch bis heute sind es tatsächlich nur gut 1000 Stellen. "Ein Versagen" nennt das die Opposition. "Absehbar, ein bürokratischer Rohrkrepierer" - kritisiert auch der Arbeitsmarktexperte Stefan Sell.
"Exakt - Die Story: Ewig ohne Job" berichtet über die Schicksale von Langezeitarbeitslosen, um die Frage zu beantworten, warum so viele Menschen so lange ohne Job sind.

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