Ekstase und Schock - Die Fußballhauptstadt Buenos Aires
In keiner anderen Stadt findet sich so viel Fußball wie in Buenos Aires. Mehrere Erstligisten beheimatet die Fußballhauptstadt - wie die Boca Juniors und River Plate - dazu über 50 Stadien.
Wenn es darum geht, selber zu spielen, lassen sich die Einwohner Buenos Aires nicht lange bitten: Wo ein Stück Freifläche ist, findet sich immer auch ein Fußballtor. Weil Freiflächen in Buenos Aires selten sind, wächst dabei der Pragmatismus.
Unter der Stadtautobahn in Buenos Aires befinden sich mehrere hunderte Fußballfelder, auf denen "Futbol 5", Kleinfeldfußball, gespielt wird - oft in den Mittagspausen. Es ist kein Zufall, dass Argentinien das Land mit den meisten Profifußballern im "Auslandseinsatz" ist: 1.095 Berufsfußballer kickten letztes Jahr in fremden Profiligen.
Aber die Freude am Fußball in Buenos Aires wird überschattet von Gewalt und Korruption. In den so genannten "Barra Bravas" finden sich die fanatischen, aber auch gewaltbereiten Fans zusammen. In der gerade zu Ende gegangenen Saison war Fans der jeweiligen Auswärtsmannschaft in den argentinischen Stadien der Zutritt aus Sicherheitsgründen verboten. Der Gebrauch von Schusswaffen und Messern in und ums Stadion blieb dennoch an der Tagesordnung. Alleine im Zeitraum der Dreharbeiten starben drei Fans bei Schießereien. Die Macht der "Barras Bravas" zu begrenzen, ist schwierig in einer Stadt, in der Vereinspräsidenten und Politiker mit den gewaltbereiten Fans durchaus gemeinsame Sache machen.
Die Autoren nähern sich Fans, Fußballern und "Barra Bravas" an, besuchen Orte, die dem Touristen für immer verborgen bleiben werden, und zeigen Aufnahmen an Orten, an denen bisher keine Kamera Zutritt hatte.