Eine Operation für Karina

Eine Operation für Karina

Der 59-jährige Peter Schreider ist ein fleißiger, anständiger Arbeiter. Vor 15 Jahren kam der Russlanddeutsche aus Sibirien, heute lebt er in Worms und arbeitet dort als Leiharbeiter - für 'Sechsfuffzig die Stunde'. Als er einmal für seine Kirchengemeinde einen Hilfstransport in die Ukraine fährt, erzählt man ihm dort von einem kleinen Mädchen, dessen linker Fuß im rechten Winkel nach innen steht, die also einen Klumpfuß hat. Die jungen Eltern seien verzweifelt, und der Westen sei doch reich - ob er nicht helfen könne? Peter hat zwar selbst sechs Enkel und kann die Gefühle der Familie verstehen, aber er fühlt sich überfordert: Einen Arzt finden, der so einen Fuß wieder gerade machen kann, das Geld auftreiben für so eine OP - da hat er keine Erfahrungen, wo soll er da anfangen? Doch zurück in Deutschland geht ihm die Sache nicht mehr aus dem Kopf - er träumt sogar von dem Kind, obwohl er es noch nie gesehen hat. 'Gott hat das so gewollt', sagt er heute dazu. Er fragt einen Arzt im Wormser Krankenhaus, und der verweist ihn an Wolfram Wenz von der Orthopädischen Klinik in Heidelberg. 'Das war wie ein Wunder', sagt er - und noch mehr, als Dr. Wenz versichert, er könne das wieder gut machen. 'In dem Moment kamen mir die Tränen', sagt Peter Schreider, und so fährt er nochmal in die Ukraine, um das Kind kennenzulernen. Es wird ein unvergessliches Erlebnis, und er weiß: Er muss etwas für sie tun. Nur woher soll das viele Geld kommen, das so eine OP kostet? Dann geschieht wieder 'ein Wunder': Ein in die USA ausgewanderter Ukrainer ist auf Besuch in Karinas Dorf, in der dortigen Kirche erfährt er von dem Problem und lässt in seiner amerikanischen Heimatgemeinde Geld sammeln für Karinas Reise nach Deutschland und für die OP. Wenige Monate später sind 30.000 Dollar beisammen; Karina kann nach Deutschland reisen.

Bewertung

0,0   0 Stimmen