Eine Frau kämpft um ihr Dorf

Eine Frau kämpft um ihr Dorf

Wenn Bürgermeisterin Christa Kellner mit dem Trecker durch Esplingerode fährt, sieht sie verlassene Häuser, verfallene Höfe und eine verwaiste Straße. Landflucht und Dörfersterben haben auch vor der 130-Einwohner-Gemeinde im südlichen Harz nicht haltgemacht. Doch aufgeben kommt für die 60-jährige Landwirtin nicht infrage. Sie versucht alles, um dem bundesweiten Trend entgegenzuwirken und wieder mehr Leben aufs Land zu holen.
Zunächst will sie erreichen, dass wieder ein rollender Einkaufsladen ins Dorf kommt, der die älteren Einwohner mit den nötigsten Lebensmitteln versorgt. Bisher weigern sich Händler das Dorf anzufahren, weil sich der Straßenverkauf nicht mehr lohnt. Das letzte Lebensmittelgeschäft in Esplingerode ist schon vor langer Zeit geschlossen worden. Der einstige Betreiber (85) fährt jetzt selbst zum Einkaufen in die nächste größere Gemeinde Duderstadt. Wenn er das nicht mehr schafft, muss er sich von jüngeren Leuten helfen lassen. Doch von denen gibt es hier nur noch wenige. Die meisten haben den Ort verlassen, um anderswo einen Job zu finden.
Aber es fehlt nicht nur an Arbeitsmöglichkeiten für die Menschen im Dorf. Nachdem die einzige Kneipe dicht gemacht hat, ist der letzte soziale Treffpunkt verschwunden. Auch eine Schule gibt es nicht mehr, und die ehemalige Lehrerwohnung ist verwaist. Jetzt hat Christa Kellner dem Wohnungsleerstand den Kampf angesagt. Wenn das Dorf eine Zukunft haben soll, braucht es neue Mitbewohner. Christa Kellner setzt alles daran, Menschen aus größeren Gemeinden fürs Landleben zu gewinnen. Sie will ein Mehrgenerationenhaus errichten für stadtmüde Bürger und lockt neue Mieter mit günstigen Angeboten. Sie besucht Flüchtlingsunterkünfte in anderen Gemeinden und hofft, dort Anregungen und vielleicht auch neue Bewohner zu finden.
NDR Autor Thomas Karp begleitet die engagierte Landwirtin mit einem Kamerateam bei ihrem Kampf gegen das Dörfersterben. Wird sie es schaffen, Esplingerode wieder lebenswerter zu machen? Wird sie die wenigen jungen Familien im Ort halten können? Und wird es ihr gelingen, neue Bewohner für das Dorf zu finden?

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