Ein Paradies für Adebar

Ein Paradies für Adebar

Der Storchenhof Loburg bei Magdeburg: Seit seiner Gründung im Jahr 1979 wurden hier über 1.500 kranke oder verletzte Störche aufgenommen. Zwei Drittel der schwarz-weißen Wildvögel durften - nach Behandlung und liebevoller Pflege - wieder in die Freiheit zurück. Zu verdanken haben sie das vor allem dem Chef des Hofes Christoph Kaatz. Der 75-jährige Ornithologe setzt sich mit seiner ganzen Kraft für den Erhalt der Weißstörche und für die Rettung derer Lebensräume ein. Regelmäßig kauft Christoph Kaatz - vom privat Ersparten - unberührtes Land, um es vor der intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung zu schützen. Große Mais- und Rapsfelder, überdüngte und trockengelegte Felder rauben den Störchen ihre Lebensgrundlage. Das will Christoph Kaatz verhindern. Durch seine Landankäufe hat er es geschafft, dass es rund um Loburg noch viele kleine Feucht-Biotope und Dutzende besetzte Storchenhorste gibt. Michael Kaatz (44) - Doktor der Biologie und Juniorchef des Storchenhofes - nimmt diese Nester wissenschaftlich unter die Lupe. Seit über zehn Jahren erforscht er mit Hilfe winziger Ortungssender (Telemetriesatellitensendern) das Brut- und Zugverhalten des Weißstorchs. Der Storchenhof arbeitet hierbei intensiv mit der Universität Tel Aviv und der Max-Planck-Gesellschaft in Radolphzell zusammen. Die Wissenschaftler gehen für ihre Senderstörche sogar in die Luft. Mit Kleinflugzeugen fliegen sie ihnen hinterher. So können sie alle nur erdenklichen Details der heimischen Nester, der Nahrungsgebiete und vor allem der Zugwege erforschen. Anhand dieser wissenschaftlichen Ergebnisse, entwickeln sie neue Konzepte sowohl für den Vogelschutz hierzulande, als auch für Sicherung der weiten Zugwege der Vögel. Eine wichtige Arbeit - auch in Hinblick auf den Klimawandel. Dieser Wandel macht den Vögeln nämlich arg zu schaffen. Die zunehmenden extremen Wetterlagen - gerade in den Monaten, in denen der Nachwuchs ins Haus steht - gefährden die Storchenpopulation. Michael und Christoph Kaatz reagieren. Sie sind Meister darin, kleine, wegen Futtermangel von den Eltern verlassene oder wegen Unwetter aus dem Nest gefallene, Adebar-Kinder aufzupäppeln. Während der Storchensaison arbeiten Vater und Sohn oft zwölf Stunden am Tag. Zum Glück bekamen sie im letzten Sommer Verstärkung. Praktikantin Sophie Humpert (20) packt tatkräftig mit an. Für die Doku-Soap haben wir das Trio ein Jahr mit der Kamera begleitet. Folge 1 In Loburg beginnt die Storchensaison Anfang März. Christophs Lieblingsstörche Novi und Jonas fliegen aus Afrika ein. Sie sind immer die ersten. Sofort feiern sie Vogelhochzeit. Noch ahnt Christoph nicht, dass es um dieses Nest bald viel Aufregung geben wird... Auf dem Loburger Hof haben zwölf verletzte und kranke Störche überwintert. Vier von ihnen sind inzwischen schon wieder so fit, dass sie in die Freiheit zurück dürfen. Für Sophie ist es die erste Auswilderung. Sie ist aufgeregt und ein bisschen wehmütig. Damit das mit dem Storchennachwuchs auch gut klappt, beginnt Sophie, Nestkörbe für die Schwarzweißen zu bauen. Eine solche Storchen-Neubauwohnung stellt sie zusammen mit Christoph im Nachbarort Lindau bei Familie Willno im Garten auf. Die Störche der Willnos brüten seit Jahren auf dem Haus-Schornstein. Doch der ist verdammt wackelig und soll abgerissen werden. Alle sind gespannt, ob die Heimkehrer das neue Nest annehmen. Auch im Bördekreis - im kleinen Dorf Sandbeiendorf - dreht sich alles um Nester. Es werden tierische Kämpfe um Storchenhorste gemeldet. Es geht um die Besetzung bzw. Verteidigung des Brut- und Futtergebietes. Oft gibt es dabei leider Verletzte. In Sandbeiendorf trifft es eine Störchin. Mit Prellungen und schlaffen Flügeln wird sie von einem Ehepaar aus dem Dorf nach Loburg gebracht. Michael übernimmt die Pflege. Er hofft, dass er den Vogel bald wieder fliegen lassen kann.

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