Ein Müllmann als Seelsorger

Ein Müllmann als Seelsorger

Gesellschaft und Soziales 

Wenn Müllwagenfahrer Sedat Cukadar seine 15 Tonnen Hausmüll eingesammelt und abgeladen hat, ist für ihn noch lange nicht Schluss. Nach Feierabend ist er für die Kinder in Hamburg-Veddel da. Der 45-Jährige hat einen Fußballverein für Kinder und Jugendliche aus über 20 Nationen gegründet.
In einem Stadtteil, in dem über die Hälfte der Kids auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen sind, versteht er sich nicht nur als Fußballlehrer. Der Müllmann mit dem großen Herz ist bei seinen Schützlingen auch für die Sorgen und Nöte außerhalb des Platzes da.
Die Kinder müssen von der Straße, sagt Sedat Cukadar. Auf dem Grandplatz zwischen Autobahn, Bahngleisen und Elbbrücken bietet er ihnen eine Anlaufstation. Über 100 Kinder aus allen Kontinenten kommen mittlerweile regelmäßig.
Es wird deutsch gesprochen. So ist die Vorgabe von Sedat Cukadar, der als Sohn türkischer Einwanderer zu den 70 Prozent der Bewohner auf der Veddel gehört, die internationale Wurzeln haben. Er möchte hier allen die Möglichkeit geben, spielerisch die deutsche Sprache zu lernen. Gemeinsam mit seinem Bruder, einem gelernten Koch, sorgt er dafür, dass es für die Kids nach dem Training etwas zu essen gibt. Ein Angebot, das von den Kindern aus den vorwiegend sozial schwachen Familien unverzichtbar geworden ist.
NDR Autor Thomas Karp hat Sedat Cukadar ein Vierteljahr lang begleitet. Das Kamerateam war bei seinem Spagat zwischen Job bei der "Mülle" und sozialem Engagement auf der Veddel dabei und hat viele Einblicke bekommen.
Was geschieht mit dem bulgarischen Jungen, der mit seinen Eltern in einer nicht kindgerechten Notunterkunft lebt? Schafft es Sedat Cukadar, gegen den Widerstand streng muslimischer Elternhäuser ein Mädchen- und Frauenfußballteam zu gründen? Kann er dem traumatisierten irakischen Jungen helfen, in der neuen Heimat Fuß zu fassen?

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