Durchgecheckt: Wirtschaftsmotor Zuwanderung?

Durchgecheckt: Wirtschaftsmotor Zuwanderung?

Wirtschaft und KonsumF  

Während uns dramatische Nachrichtenbilder täglich vor Augen führen, was es bedeutet, aus Kriegsgebieten fliehen zu müssen, streitet die Europäische Union um die Quoten zur Verteilung von Zehntausenden Flüchtlingen. Besonders umstritten ist die Notumsiedlung von weiteren 120.000 Flüchtlingen in den kommenden zwei Jahren. Dabei soll es um Menschen aus Syrien, Eritrea und dem Irak gehen, die gute Chancen auf Asyl haben. Ihre Umsiedlung soll Italien, Griechenland und Ungarn entlasten, wo besonders viele Migranten ankommen. Deutschland müsste laut Verteilungsschlüssel rund 30.0000 Menschen aufnehmen. Der Schlüssel richtet sich nach Einwohnerzahl, Wirtschaftskraft, Arbeitslosenquote und bereits aufgenommen Asylbewerbern.

Zudem will die EU mit einer gemeinsamen Liste sicherer Herkunftsstaaten Migranten ohne Anspruch auf Asyl leichter abschieben können. Mittelfristig soll es einen festen Mechanismus für die Verteilung geben. Denn neben jenen, die von Krieg und Gewalt vertrieben werden, gibt es auch andere, die aus demografischen oder wirtschaftlichen Gründen ihre Heimat verlassen.

In Europa, wo vielerorts hohe Arbeitslosigkeit herrscht, wird die Zuwanderung häufig als Problem betrachtet. Sätze wie "Die Einwanderer machen unseren Wohlstand kaputt und nehmen uns unsere Arbeitsplätze weg" oder "Die profitieren von den Sozialleistungen, und bei uns sind die Kassen leer" - werden laut gesagt oder gedacht. Rechtsradikale Krawalle und Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte bestimmen seit vielen Wochen die Schlagzeilen.

Die aktuelle Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Durchgecheckt" beleuchtet Standpunkte von Befürwortern und Zuwanderungsgegnern mit Hilfe von Sozialwissenschaftlern und Wirtschaftsexperten.

Das Kamerateam hat mit Migranten in New York, Schweden und Italien gesprochen und wirft einen neuen Blick auf die Zuwanderung. Unabhängig von den tatsächlichen Ursachen - Kriege oder wirtschaftliche Zerrüttung als Folge der Globalisierung -, stets stellt die Zuwanderung die gegenseitige Akzeptanz auf die Probe und ist nicht zuletzt deshalb auch eine große politische Frage.

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