Dschihadisten im Visier

Dschihadisten im Visier

In Frankreich sind bis zu 8.000 Personen in dschihadistischen Netzwerken aktiv. Nach den jüngsten Aussagen des französischen Premierministers Manuel Valls befinden sich 609 von ihnen aktuell in Syrien oder im Irak; 18 von ihnen sind noch minderjährig. Frankreich reagierte auf die islamistische Bedrohung vor allem mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Doch die Regierung traf weitere Präventivmaßnahmen und begann Anfang 2016 mit der Einrichtung von sogenannten Deradikalisierungszentren für gefährdete Jugendliche. Außerdem bietet sie eine Telefonberatung für Personen an, die einen ersten Verdacht hegen, dass sich Menschen in ihrem direkten Umfeld radikalisieren.
"Dschihadisten im Visier" zeigt das Engagement von Menschen, die gegen den radikalen Islamismus vorgehen wollen. Viele Imame, Sozialarbeiter, Lehrkräfte und Eltern versuchen im Auftrag der französischen Regierung oder auf eigene Initiative, die Gewalt an der Wurzel zu bekämpfen. Wie befreit man abgerutschte Jugendliche aus der Propaganda-Maschinerie des IS? Wie hilft man betroffenen Eltern, die nicht verstehen können, was in den Köpfen ihrer Kinder vorgeht? Die Protagonisten der Dokumentation kämpfen an drei Fronten: Sie verhindern, dass junge Franzosen das Land verlassen, um sich beim IS an der Waffe ausbilden zu lassen, sie zeigen den Rückkehrern Zukunftsperspektiven auf und entwickeln religiöse Gegendiskurse, um dem Fanatismus entgegenzuwirken.
Das Kamerateam durfte erstmals in einem der sogenannten Deradikalisierungszentren filmen, die von der französischen Regierung eingerichtet wurden, um gefährdete Jugendliche zu resozialisieren. Viele junge Männer sind durch Perspektivlosigkeit, das Gefühl, nicht zur Gesellschaft zu gehören, in der sie leben, und die Suche nach einem Lebenssinn anfällig für die Anwerber des sogenannten Islamischen Staates. In den staatlichen Einrichtungen möchte man ihnen helfen, um sie vor den ausgefeilten Rekrutierungsstrategien des IS zu schützen.

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