Druck, Doping, Depressionen - Spitzensportler packen aus

Druck, Doping, Depressionen - Spitzensportler packen aus

"Hochleistungssportler dürfen sich nicht verletzen oder stürzen. Sie dürfen nicht aussetzen und bekommen keine Schonzeit. Sponsoren und Mannschaft schauen vor allem auf eins: die Rentabilität. Wir Sportler sind einfach nur Nummern", klagt der ehemalige Radsportweltmeister Laurent Brochard, dem es schwerfällt, nach seiner Sportlerkarriere wieder Fuß zu fassen.
Der Dokumentarfilm lässt ehemalige Spitzenathleten aus Europa und Nordamerika zu Wort kommen. Sie erzählen von Problemen, mit denen sie nach ihrer Karriere zu kämpfen haben, darunter auch die gesundheitlichen Spätfolgen: So wird der US-amerikanische Footballspieler Kyle Turley wie Tausende seiner Sportkameraden von einer geheimnisvollen degenerativen Nervenkrankheit heimgesucht, und die ostdeutsche Schwimmerin Jutta Gottschalk brachte nach langjährigem Doping ein behindertes Mädchen zur Welt. Hinzu kommen Stellungnahmen bekannter Athleten, denen der Neubeginn besser geglückt ist. Christine Arron, Jean-Pierre Papin und Colin Jackson sprechen hier offen über den Sportler-Alltag.
Der zeitliche Abstand, mit dem der Dokumentarfilm die körperliche und mentale Entwicklung der ehemaligen Spitzensportler unter die Lupe nimmt, offenbart die Identitätskrise, die viele an einer beruflichen Neuorientierung hindert und oft zu Depressionen führt. Neben den Langzeitfolgen von Doping und Übermedikation werden auch typische Krankheiten angesprochen, die normalerweise als Tabuthemen im Sportbereich gelten. Schließlich stellt sich die Frage: Wie lange noch wird der Wettlauf um Medaillen, Rekorde und Entertainment auf dem Rücken der Sportler ausgetragen?

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