'Don Giovanni' aus Aix-en-Provence

'Don Giovanni' aus Aix-en-Provence

Die Ouvertüre dieses 'dramma giocoso' mit ihrer überwältigenden, ja teuflischen Musik, die die wilde Jagd ankündigt, gibt den Ton an: So sehr sich der Frauensammler seiner Eroberungen brüstet, er tanzt über dem Abgrund. Er dringt ins Haus von Donna Anna, tötet ihren Vater im Duell, versucht Zerlina zu verführen und zu vergewaltigen, verschmäht Donna Elvira, die er mit einem Eheversprechen verführt hat, niemand ist vor ihm sicher. Erst der tote Komtur, Donna Elviras Vater, bietet dem Zügellosen in Gestalt einer steinernen Statue Einhalt. Mit einem Schlag endet das Verwirrspiel der Opera buffa, und ein metaphysischer Raum tut sich auf, der die Romantiker so sehr faszinierte. Auch mehr als 200 Jahre nach der Uraufführung bewahrt dieses Meisterwerk der Opernkunst seine Wirkungsmacht - und alle Mozart'schen Zweideutigkeiten. Der russische Bühnenregisseur Dmitri Tcherniakov wagte für das Opernfestival von Aix-en-Provence die Mozart-Oper eine sehr originelle Fassung, alle Protagonisten sind miteinander verwandt. Wie üblich zeichnet er auch für das Bühnenbild verantwortlich. Die Besetzung ist international: Der dänische Bariton Bo Skovhus interpretiert die Titelrolle, als Leporello steht ihm Kyle Ketelsen zur Seite. Der Amerikaner wurde bereits in London und in Barcelona in dieser Rolle gefeiert. Marlis Petersen, die Donna Anna, kommt aus Deutschland und Kristine Opolais - Donna Elvira - aus Lettland. Im Orchestergraben steht Louis Langrée am Pult des Freiburger Barockorchesters.

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