Die wilden Gärten Irlands

Die wilden Gärten Irlands

Irland, das sind grüne Wiesen, Schafe, Whiskey und bewegte Geschichte, kaum jemand denkt an schöne Gärten, Palmen und tropische Blütenpracht. Dabei gibt es diese kleinen Paradiese zuhauf im Südwesten der Insel, wo der Golfstrom das irische Klima milde macht. Sie sind das Werk begeisterter Gartenfreunde, die ihre Freizeit und ganzen Enthusiasmus in die wilden Gärten Irlands investieren. Da gibt es den jungen Familienvater exotischer Herkunft, sein Großvater war pakistanischer Botschafter in Irland, der sich durch den Rhododendrendschungel einer ehemaligen Jagdresidenz kämpft. Oder den 95-jährigen englischen Gentleman im Tweed, der sich entschlossen hat, auf seine alten Tage auf den Familiensitz in West Cork zurückzukehren. Dort residiert er ganz selbstverständlich im Campingwagen und pflegt eigenhändig seinen historischen Baumpark. Die irische Gartengeschichte ist stark beeinflusst von der jahrhundertelangen englischen Herrschaft über die irische Insel. Dass dieser Konflikt auch heute noch nachwirkt, erfahren wir von den Nachkommen der Lords und Ladies, wie von denen ihrer ehemaligen Untertanen. Einen großen Ziergarten konnten sich früher nur die englischen Landbesitzer leisten, sagen The Honorable David Bigham und seine Frau Anthea in bestem Oxford-Englisch und berichten von den Zeiten, als die IRA die Herrenhäuser beschoss - und ihr eigenes niederbrannte. 'Die Engländer hatten die Gärten, den Iren blieben höchstens die Kartoffeln!', kontert der knorrige Ire Bob Walsh, der heute mit seiner Frau Mary einen wunderschönen kleinen Garten direkt an der windumtosten Küste angelegt hat. Irische Gärten sind oft geheime Orte, umsäumt von Hecken, Mauern und Burggräben. Irlands Gärtner waren seit jeher 'Pflanzenjäger', sie investierten viel Kosten und Mühe auf die Ansiedlung fremdländischer Gewächse. Im Westen der Insel liegen die Ziergärten heute noch in grandioser ungezähmter Natur.

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