Die Walfänger von Lamalera

Die Walfänger von Lamalera

Die Menschen von Lamalera auf der indonesischen Insel Lembata leben von dem, was das Meer ihnen gibt: Sie gehören zu den letzten wahren Walfängern der Erde.

Die Fischer glauben, der Wal sei ein Geschenk Gottes. Das Geschenk nicht anzunehmen, wäre undankbar. Bevor die Männer in See stechen, werden ihr kleines Boot und auch die Leinen der Harpunen gesegnet. Wer Ärger mit aufs Boot bringt, zieht Unheil an.

Es ist ein Kampf Lebewesen gegen Lebewesen. Die Fischer arbeiten mit bloßen Händen, einer rostigen Harpune und einem Speer aus Bambus. Nicht selten endet ihre Jagd auf die Riesen der Meere mit einem Unglück, oftmals der Tod eines Fischers. Doch für die Männer gehört das dazu: Seit Jahrhunderten leben die Menschen in Lamalera vom Walfang. Noch immer wollen die Jungen im Dorf nicht Rockstar, nicht Fußballstar werden, sondern Lamafa. Das ist der Mann mit der Harpune, der den Wal erlegt. Ein höchst respektierter, zugleich enorm gefährlicher Job.

In Lamalera gibt es kaum Bargeld. Als Währung gilt hier ein Stück Fleisch vom Wal oder vom Manta. Was nicht im Dorf verteilt wird, das wird auf dem Wochenmarkt gegen Hühnchen, Reis, Obst, Gemüse getauscht. Denn auf der Insel Lembata gibt es außer ein paar aktiven Vulkanen vor allem Steine, der Boden ist so gut wie unfruchtbar. Es hat Versuche gegeben, für die Menschen in Lamalera andere Einnahmequellen zu finden, zum Beispiel den Tourismus. Aber bisher hat das nicht geklappt.

Aber langsam verändert sich das Leben dort. Seit einigen Jahren gibt es Strom, Telefon, sogar eine schmale Straße, die durch den Dschungel in die nächste größere Stadt führt. Den jungen Menschen in Lamalera wird langsam bewusst, dass sich hinter ihrem Horizont noch viele andere Welten auftun.

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