Die USA in einem Zug (1/2)

Die USA in einem Zug (1/2)

Aus der Metropole New York geht es per Eisenbahn Richtung Atlanta, der Hauptstadt Georgias. Im Zug sitzt auch das Farmerehepaar Morris. Das Herrenhaus der Morris' ist mit Säulen, Vordach und riesigem Park ein Beispiel klassischer Südstaaten-Architektur. Auf der Weiterfahrt nach New Orleans treffen die Filmemacher das Musikerehepaar David und Rosalynn Leonard, das mit ihrer Musik die Reisenden unterhält. Die beiden erzählen, wie schwer es in den Zeiten der Rassendiskriminierung war, als sich der weiße Bürgersohn in die schwarze Vollblutmusikerin verliebte. In New Orleans spielen David und Rosalynn für die Opfer des Wirbelsturms 'Katrina'. Die Filmemacher besuchen auch O. C. Smith, den Kabinensteward des Zuges, und fragen seine Familie, wie sie mit den Folgen des Sturms umgegangen ist und wie man es verkraftet, dass der Vater immer unterwegs ist. Auf dem Weg nach Memphis/Tennessee genießen die Reisenden die vorbeiziehende Landschaft, plaudern, lesen oder essen. Es ist eine entspannte, gemütliche Art des Reisens. Das findet jedenfalls Duke Brando, der auf den Spuren seines Idols Elvis unterwegs ist. Am Bahnhof wird er mit einem rosa Cadillac abgeholt und gleitet in eine Art Elvis-Panoptikum mit lebendem Inventar, denn Duke arbeitet in einem Barbecue-Restaurant, in dem alle Gäste Elvis-Fans sind. Sie singen seine Hits und kennen seine Lebensgeschichte in allen Details. Chicago am Michigansee - Endstation des ersten Teils der Reise - ist auch eine deutsche Stadt. Das behauptet zumindest der Polizist aus dem Großraumwagen der dritten Klasse. Er zeigt stolz seinen Sheriffstern und beruhigt die Reisenden aus Europa, dass die Zeiten von Al Capone lange vorbei seien und dass Chicago eine ganz normale und verdammt schöne Stadt sei. Seine Vorfahren, so der Cop, sind einst aus Deutschland nach Chicago gekommen, und der Polizist pflegt immer noch seine deutschen Wurzeln und zwar im Brauhaus. Dort gibt es Haxen, Bier in rauen Mengen und dazu wird Polka getanzt.

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