Die USA in einem Zug (1/2): Von New York zum Michigansee

Die USA in einem Zug (1/2): Von New York zum Michigansee

Der Zug rattert an der Skyline Manhattans vorbei bis zum Mississippi-Delta und New Orleans, dann über die 'Elvis-Stadt' Memphis in Tennessee nach Chicago und weiter nach Westen über Dodge City, Albuquerque in New Mexico, zum Grand Canyon und nach Los Angeles, insgesamt 7.500 Kilometer in sechs Tagen. Im Zug bleiben sich die Mitreisenden nicht fremd. Alle kommen ins Gespräch über das Woher und Wohin, spätestens im Speisewagen, wo man, wie auf einem Kreuzfahrtschiff, einen Tisch reserviert oder beim Absacker im Gesellschaftswagen. Inzwischen hat die Kabinenstewardess das Bett gemacht, und man schaukelt gemächlich durch die Nacht. Überall an der Strecke kann der neugierig gewordene Reisende aussteigen und eintauchen in den Mythos des Südens und den Swing von New Orleans, auf den Spuren von Elvis Presley Memphis entdecken oder mit den Nachfahren deutscher Einwanderer das 'Brauhaus' in Chicago besuchen, wo es Haxen gibt und Polka getanzt wird. Man kann in den Great Plains riesige Farmen und vorbei ziehende Herden sehen, Wüsten durchqueren, in der sicheren Erwartung, dass gleich Winnetou und Old Shatterhand um die nächste Ecke biegen, das Naturwunder Grand Canyon bestaunen und schließlich am von Palmen gesäumten Pazifik ankommen. Es ist eine entspannte, gemütliche Art des Reisens. Unterwegs kann man hinausschauen und dösen, plaudern, lesen oder essen - ohne Staus und Abgase und ohne entnervte Diskussionen mit dem Navigationsgerät. Man lernt unterwegs die unterschiedlichsten Menschen und Landschaften kennen: riesige Großstädte, weite Ebenen, schroffe Wüsten, hohe Berge, Palmenhaine, das Meer - 'die USA in einem Zug' eben.

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