Die Reise

Die Reise

Bertram Voss (Markus Boysen) ist der Sohn eines Nazi-Dichters (Will Quadflieg), der die Niederlage des braunen Deutschland als persönliche Demütigung versteht und seine antidemokratischen Ressentiments nun mittels Erziehungsterror seinem Sohn weiterreichen will. Als Bertram die Universität verlässt, findet sein Hass auf den Vater in den sich radikalisierenden Studentenzirkeln bald eine politische Stossrichtung, die den grundsätzlichen Widerstand gegen die Generation der Väter auf die Strasse trägt. Bertram wird in diesen turbulenten Jahren selbst Vater. Sein Sohn wächst in einer chaotischen Wohngemeinschaft auf, immer mehr vernachlässigt von der Mutter (Corinna Kirchhoff), deren politisches Engagement zusehends extremere Formen annimmt. Als Bertram bewusst wird, dass die Gruppe, der er sich angeschlossen hat, vor einer Eskalation der Gewalt nicht zurückschreckt, setzt er sich ab, obwohl er sich damit für seine früheren Gefährten zum Verräter stempelt. Um seinen Sohn davor zu bewahren, im fanatischen Milieu des Terrorismus verschlissen zu werden, entführt er ihn aus dem Versteck der Stadtguerilla in Sizilien und flüchtet mit ihm an den Ort seiner Kindheit. Markus Imhoofs Film Die Reise basiert auf dem gleichnamigen autobiografischen Roman von Bernward Vesper, dem Sohn eines berühmten Nazi-Dichters und späteren Lebensgefährten von Gudrun Ensslin. Während die Rahmenhandlung des Filmes von der Flucht des Protagonisten aus der Terroristenszene der 1970er-Jahre erzählt, wird in Rückblenden beleuchtet, wie dieser aus Opposition zu seinem nazifreundlichen Vater überhaupt in diese Szene geraten konnte.

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