Die Klavierspielerin

Die Klavierspielerin

Die Klavierspielerin Erika Kohut hat das Talent und Können einer wahren Künstlerin. Aber statt in den Konzerthallen der Welt Erfolge zu feiern, fristet die Frau mittleren Alters ein freudloses Dasein als Klavierlehrerin am Konservatorium der Stadt Wien. Ihr Zuhause teilt Erika mit ihrer Mutter, die ihre Tochter mit gnadenloser Fürsorge immer noch unter ihrer Fuchtel hat. Den Terror der Mutter gibt die Tastenvirtuosin weiter an ihre Schüler, denen sie jeden kleinsten Fehler mit unbarmherziger Strenge vorhält. Als eine Schülerin außerordentliche Begabung erkennen lässt, schüttet Erika ihr Glasscherben in die Manteltasche, um die unliebsame Konkurrenz auszuschalten. Um ihrem tristen Alltag zu entfliehen, verliert sich Erika in masochistischen Gedankenspielen, denen sie im Badezimmer mit Hilfe einer Rasierklinge freien Lauf lässt. Eines Tages lernt sie den Pianisten Walter Klemmer kennen. Der junge Mann verliebt sich in die strenge Lehrerin. Sie reagiert anfangs abweisend, doch ihre kühle Art steigert das Verlangen des jungen Mannes nur noch. Walters Freude, als sie endlich in die Affäre einwilligt, weicht sehr schnell heftiger Irritation: Erika hat ihn auserkoren, um endlich ihre Fantasien mit einem anderen Menschen ausleben zu können. Doch weder sie noch ihr Partner sind für die Reise in derart unbekanntes Terrain gerüstet. Drei Preise bei den Filmfestspielen in Cannes, ein 'European Film Award' und ein César: Mit Auszeichnungen überhäuft wurde Michael Hanekes Verfilmung von Elfriede Jelineks Skandalroman 'Die Klavierspielerin'. Menschliche Verrohung, emotionale Kälte, Gewalt, deren Ursachen und Folgen sind die zentralen Themen in Hanekes Film, der mit Isabelle Huppert, Benoît Magimel und Annie Girardot hochkarätig besetzt ist.

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