Die Hassia-Geschichte

Die Hassia-Geschichte

Es ist bald 150 Jahre her, dass der Schnapsbrenner und Weinhändler Johann Hinkel beim Wasserschöpfen auf seinem Grundstück eine Entdeckung machte: Das Wasser enthielt Kohlendioxid und mineralische Ablagerungen. Hinkel war auf eine Mineralquelle gestoßen. Unter ganz Vilbel gibt es Wasser in Hülle und Fülle, es fließt hier zusammen aus den Gesteinstiefen unter dem Taunus und dem Vogelsberg. Es ist kein normales Wasser, sondern reich an Mineralien, später sogar von Medizinern empfohlen, gut für Körper und Seele und sogar zum Kurbad geeignet. So wurde Johann Hinkels Gartenbrunnen bald zur Geldquelle. Er vertrieb sein Wasser unter dem Namen 'Hassia Mineralbrunnen' und teilte sich das Vilbeler Gold bald mit Besitzern anderer Brunnen wie der Luisenquelle. In den 1920ern aber brach eine regelrechte Bohrwut aus. So eifrig bohrten die Bürger In Höfen, Kellern und Scheunen, ja selbst hinter den Fachwerkfassaden der Wohnhäuser nach dem durchsichtigen Gold, dass sie sich gegenseitig das Wasser abgruben. Auch der Brunnen von Hassia, inzwischen geführt von Johann Hinkels Enkeln, drohte zu versiegen. Sie gingen das Wagnis ein, investierten in einen neuen Brunnen und gruben nun über 300 Meter tief. Die Hassia-Quelle ist bis heute nicht versiegt, und Hinkels Nachkommen führen nun in fünfter Generation einen der größten Getränkehersteller Deutschlands. Bad Vilbel florierte dank seiner Quellen auch als Badeort: Wurden anfangs noch Badezellen mit Holzzubern in den Höfen aufgestellt, entstanden später das Kurmittelhaus und die Trinkkuranlage. Noch in den sechziger Jahren wurden weit mehr als 10.000 Bäder verabreicht, dann ging es mit den Badekuren bergab. Wasser aber wird heute mehr getrunken als je zuvor. Wie aufwändig es ist, das Wasser aus der Erde in die Flasche zu bringen, was den Rennfahrer Michael Schumacher mit Hassia verbindet und warum Mineralwasser so unterschiedlich schmecken, erzählt die Filmautorin Simone Jung in berauschenden Bildern und mit der Hilfe von langjährigen Mitarbeitern und der Familie Hinkel.

Bewertung

0,0   0 Stimmen