Die gestrickte Bandscheibe - Erfolg mit neuen Textilien

Die gestrickte Bandscheibe - Erfolg mit neuen Textilien

u (SR) Autorin: Katharina Prokopy Bandscheiben aus Strick? Gefäßprothesen aus Stoff? Was sich wie Science Fiction anhört, ist auf der Schwäbischen Alb bereits Realität. Wo einst die Textilindustrie ihren Aufstieg und Niedergang erlebte, sind kleine, aber feine Firmen entstanden. Und die können Metallfäden stricken oder Gefäße nähen. Aus dem Wissen und Können der Stoffverarbeitung heraus sind neue technische Textilien entstanden. Die Tradition der ehemaligen Textilindustrie hat mit Erfindungsreichtum den Umschwung geschafft. Aufbruchsstimmung herrscht mancherorts heute, der Geist des Niedergangs war gestern. Alfred Buck in Bondorf bei Tübingen will aus Titandraht 'Ersatzteile' für den menschlichen Körper stricken, in enger Kooperation mit einer Tübinger Klinik. Sein Vater musste in der Krise der Textilindustrie fast alle Mitarbeiter entlassen. Jetzt versucht die Firma auf den Rundstrickmaschinen Bandscheiben-Implantate herzustellen. Rainer Seiz stammt aus einer traditionsreichen Handschuhfabrik in der Nähe von Metzingen. Das Kleidungsstück hat er weiter entwickelt und stellt inzwischen aus technischen Textilien schnitt- und feuerfeste Feuerwehrhandschuhe her. Seine ehemaligen Handschuhkonkurrenten aus der Umgebung gibt es inzwischen nicht mehr. Er aber verkörpert mit Ideen das schwäbische Tüftlertum und hat überlebt.

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