Die gefährlichsten Schulwege der Welt: Sibirien

Die gefährlichsten Schulwege der Welt: Sibirien

Radio Bremen TV Live-TV Radio Bremen TV 07.12., 13:15 - 14:00 Uhr
AuslandsberichteD 201345 Minuten 

Diese Folge der Reihe "Die gefährlichsten Schulwege der Welt" begleitet diesmal drei Schulkinder im äußersten Osten Russlands, in einer Region, in der der arktische Wind das Land ungehindert in eine Kältekammer verwandelt. Wie gehen die Menschen mit diesen extremen Bedingungen um? Und wie schaffen die Kinder den Schulweg?

Der achtjährige Alioscha trödelt gerne. Das sorgt bei seiner Mutter Irina für Angst und Unbehagen, denn Trödeln kann am kältesten bewohnten Ort der Welt durchaus lebensgefährlich sein. Wer sich zu lange ungeschützt in der Kälte aufhält, läuft Gefahr zu erfrieren. Bei durchschnittlichen Wintertemperaturen von minus 40 Grad Celsius wird im sibirischen Oimjakon alles Alltägliche zur Herausforderung. Und der tägliche Schulweg wird für die Kinder des 500-Seelen-Ortes zum Abenteuer. Denn Alioscha und seine Schulkameraden haben den kältesten Schulweg der Welt.

Morgens um 6.00 Uhr beginnt der Tag mit einem Blick auf das Thermometer: Zeigt es mehr als minus 54 Grad Celsius an, bereitet Mutter Irina ihren kleinen Alioscha für die Schule vor, ist es kälter, darf Alioscha noch ein bisschen liegen bleiben. Denn ab minus 54 Grad Celsius gibt es kältefrei für die Kinder in Oimjakon. Zuerst holt Irina Eisblöcke aus dem nahe gelegenen Fluss und schmilzt sie auf dem Herd, damit sich ihr Sohn den Schlaf aus den Augen waschen kann. Fließendes Wasser gibt es nicht im Haus, die Rohre würden bei den Temperaturen bersten. Den Wohnraum hat Mutter Irina auf etwa 20 Grad geheizt. Wenn Alioscha die Haustür nach draußen öffnet, um zur Schule zu gehen, ist es gibt es 70 Grad Temperaturunterschied.

Die Kälte bestimmt das ganze Leben in Oimjakon. Niemand weiß das besser als Gregori, der einzige Busfahrer des Dorfes. Ihm vertrauen viele Eltern allmorgendlich ihre Kinder an, er sammelt diejenigen ein, die außerhalb des Dorfes wohnen. Damit sein Bus bei diesen extremen Temperaturen überhaupt fährt, hat Gregori ihn besonders präpariert. Ein Motorausfall mit Schulkindern an Bord könnte fatal enden. Fast 50 Kinder warten entlang der Strecke auf den Bus. Genaue Abfahrtszeiten lassen sich nicht planen. Wer den Bus verpasst, muss umkehren oder zu Fuß zur Schule gehen. Auch wenn die Kinder warm angezogen sind, vier Kleidungsschichten, darüber noch mal zwei Jacken, zwei Paar Handschuhe, ein dicker Schal und eine warme Pelzmütze, nach ein paar Minuten sind sie durchgefroren.

Was treibt die Kinder und deren Eltern jeden Morgen an, erneut die Strapazen dieses gefährlichen Schulweges auf sich zu nehmen? Wie können Menschen und Tiere in dieser lebensfeindlichen Umgebung überhaupt überleben?

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