Die gebrochene Lanze

Die gebrochene Lanze

Der herrische Viehzüchter Matt Devereaux arbeitet hart für den Erfolg seiner Ranch. Seine Söhne Ben, Denny und Mike behandelt er mit ähnlicher Distanz wie seine Angestellten. Sie hassen ihren Vater für seine emotionale Kälte und lehnen sich gegen ihn auf. Nur sein jüngster Sohn Joe aus Matts Ehe mit einer Indianerin würde alles für ihn tun. So nimmt er auch die Schuld für ein Verbrechen auf sich, das sein Vater begangen hat, und landet dafür im Gefängnis. Matt hat ein Kupferwerk überfallen, dessen Besitzer er für die Vergiftung seiner Wasservorräte und damit auch seiner Rinder verantwortlich machte. Als er seinen Besitz unter den Söhnen aufteilen möchte, verstärkt sich der Streit zwischen den Geschwistern. Vater Matt regt sich so sehr darüber auf, dass er einen Schlaganfall erleidet und stirbt. Joe schwört Rache, indem er am Grab seines Vaters eine Lanze, ein indianisches Symbol der Blutfehde, in den Boden rammt. 'Die gebrochene Lanze' beginnt mit der Entlassung Joes aus dem Gefängnis. Der Grund für das Zerwürfnis mit seinen Halbrüdern wird in einer langen Rückblende geschildert und geschickt mit der gegenwärtigen Zeitebene verknüpft. So gelingt es Regisseur Edward Dmytryk, direkt nach seinem Klassiker 'Die Caine war ihr Schicksal' (ebenfalls 1954), eine komplexe Dramaturgie zu etablieren, mit der er die Spannung bis zur letzten Minute aufrechterhält. Spencer Tracy spielt imposant und facettenreich den tyrannischen, aber auch einsamen Viehbaron Matt. Diese fein gezeichnete Charakterstudie verbindet Dmytryk mit dem Konflikt zwischen Zivilisation und Faustrecht, dem Kampf um Land und Wasser und dem Problem der ethnischen Abstammung zu einer interessanten Symbiose aus Familiendrama und Western. Der Spielfilm basiert auf einer Erzählung von Philip Yordan, der 1954 mit einem Oscar für die 'Beste Filmstory' ausgezeichnet wurde.

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