Die Freiheit führt die Kunst

Die Freiheit führt die Kunst

Die Kunst war jahrhundertelang ein Instrument der Machthaber, die sich in Porträts verewigen ließen und die bedeutendsten Momente ihrer Herrschaft in prächtigen Gemälden festhielten. So schufen die Maler regelrechte Ikonen, die in die offizielle Geschichtsschreibung eingingen. Von Napoleon bis Clemenceau, von den letzten Historienbildern über die Erfindung von Fotografie und Film bis zur modernen Kunst: Der Dokumentarfilm erzählt anhand von Werken bedeutender Künstler wie David, Delacroix, Daumier, Courbet und Monet von den Entwicklungen des 19. und frühen 20 Jahrhunderts. "Bonaparte beim Überschreiten der Alpen am Großen Sankt Bernhard" von Jacques-Louis David wurde zu einem propagandistischen Meisterwerk; "Die Freiheit führt das Volk" von Eugène Delacroix zeigt einen blutigen Revolutionstag während der Volksaufstände von 1830, und für "Ein Begräbnis in Ornans" verwandelte Gustave Courbet eine ländliche Bestattungsszene in ein geniales Historienbild aus der späten Zweiten Republik. Das Ende der Historienmalerei kam mit dem Impressionismus und seinen Vertretern wie Caillebotte, Degas, Cézanne und Monet, die sich nicht für den Adel und das Großbürgertum interessierten und das moderne Zeitalter einläuteten. Fotografische und kinematografische Techniken befreiten die Künstler schließlich aus dem objektiven Realismus und ebneten den Weg für Symbolismus, Fauvismus und Kubismus. Es scheint, als hätte sich die Verbindung von Kunst und Macht somit endgültig aufgelöst.

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