Die Drei vom Schrottplatz

Die Drei vom Schrottplatz

'Das hier ist Wirtschaft pur', sagt Marion und blickt auf das 4.000 Quadratmeter große Gelände, in dessen Zentrum ein mächtiger Kran seinen Greifarm schwenkt. Ihre Schwester Sabine Schrohe peilt oben an der Waage die heutigen Rohstoffpreise. Aluminium ist ganz unten, Messing 'so lala'. Der Schrottplatz von Schrohes mitten in Mainz spiegelt nicht nur die Konjunktur des Landes wieder, sondern auch die Gesellschaft. Die kennt auch der Dritte im Bunde: Fridolin Grassl, Schrottsammler mit Sinn fürs Kunsthistorische. Der bayerische Hunsrücker ist zwar sein eigener Herr, gehört aber 'zur Familie', quasi als Außendienstler des Mainzer Schrottimperiums in vierter Generation. Während der große Kran gerade den ausgedienten Weintank eines Abfüllers durch die Luft fliegen lässt, ist Grassels Pritschenwagen schon wieder unterwegs zum nächsten Sperrmüll. Nach Jahren des Rohstoff-Höhenfluges ist das 'Schrotteln' in der ernüchternden Wirtschaftskrise eine tägliche Herausforderung. Denn an den Gerümpelhaufen der Hauptstraße von Bingen tummeln sich schon andere. Der Film von Ulrike Gehring beleuchtet eine wenig beobachtete Welt und lässt Menschen zu Wort kommen, die eine ganz eigene, mitunter schonungslose Sicht auf die Gesellschaft haben.

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