Die Bankiersfrau

Die Bankiersfrau

Emma Eckhert (Romy Schneider), eine schöne Hutmachertochter, erregt schon in jungen Jahren Aufsehen, als sie wegen einer lesbischen Affäre ins Gefängnis kommt. Durch ihre Heirat mit dem Geschäftsmann Moïse Nathanson (Jacques Fabbri) im Jahre 1921 und dank des Vermögens ihrer Geliebten Camille (Noëlle Chatelet) steigt Emma zur Präsidentin einer Sparkasse auf, die Kleinsparern erheblich höhere Zinsen als die alteingesessenen Geldinstitute verspricht. Mit riskanten Börsenmanövern und Insider-Informationen erzielt sie spektakuläre Gewinne. Ihr weiblicher Charme, gepaart mit Wagemut und berechnendem Kalkül, öffnet ihr die Türen der feinen Gesellschaft. Selbst Schmutzkampagnen der Presse, die ihre Bisexualität enthüllen, tragen zu ihrem Ruhm als unkonventionelles Finanzgenie bei. Doch während die provozierend selbstbewusste Frau gar mit dem italienischen Diktator Mussolini ins Geschäft kommt, formieren sich ihre Feinde aus dem konservativen Finanz-Establishment. Ihr erbittertster Gegner, Bankpräsident Horace Vannister (Jean-Louis Trintignant), erreicht durch seinen politischen Einfluss, dass Emma der Prozess gemacht wird. Nach ihrer vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis greifen die Feinde zum äußersten Mittel. Als Vorbild der Emma Eckhert diente die Bankiersfrau Marthe Hanau, die von 1925 bis 1935 in Frankreich für Schlagzeilen sorgte. Regisseur Francis Girod ('Trio Infernal', ebenfalls mit Romy Schneider) zeichnete vor dem Hintergrund der korrupten 'Troisième Republique' das faszinierende Porträt einer emanzipierten Frau, die sowohl privat als auch beruflich ausgetretene Pfade verlässt. Und wer könnte diese facettenreiche Rolle besser verkörpern als Romy Schneider, ein 'charmantes Monster', so die französische Zeitung 'L'Express' - und eine Ausnahmeschauspielerin, die stets einen Rest Geheimnis bewahrt. 'Die Bankiersfrau' ist zugleich ironisch zugespitztes Porträt einer bewegten Zeit und Starvehikel.

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